Zwei Frauenhรคnde halten jeweils einen ApfelZwei Frauenhรคnde halten jeweils einen Apfel

19. Oktober 2021

DMS vs. ECM: Was wird hier verwaltet?

Die Unsicherheit wรคchst: In Zeiten abnehmender รœbersicht durch die zunehmende Anhรคufung digitaler Inhalte wรผnschen sich Unternehmen mehr Ordnung. Sprich: ein System, das alle Dokumente verwaltet. Was zunรคchst einfach klingt, verwirrt, wenn man sich den Markt fรผr solche Lรถsungen ansieht: Es gibt viele Arten von DMS/ECM-Systemen. Was ist mit DMS gemeint und ist ein ECM das gleiche wie ein CMS? 

Was den Unterschied ausmacht

Die Wertschรถpfungskette beginnt lรคngst nicht mehr bei der Produktion von Gรผtern. Wissen in Form von Daten ist fรผr Unternehmen genauso von Wert und ihre Verfรผgbarkeit zumindest Grundlage fรผr reibungslose Arbeit. Die Lรถsung: ein funktionierendes System zur Verwaltung von Dokumenten. Doch die Anbieter verwirren mit vielen verschiedenen Abkรผrzungen.

DMS steht fรผr Dokumentenmanagementsystem,ย ECM fรผr Enterprise Content Managementย und CMS fรผr Content Management System. Aber ist das nicht das gleiche? Was unterscheidet Content von einem Dokument? Sind Dokumente nicht auch Content, also Inhalte? In einer Welt der Abkรผrzungen und englischsprachigen Schlagworte muss man sich immer wieder vor Augen fรผhren, dass nicht (jedenfalls nicht immer) versucht wird, mit Buzzwords die Wahrheit zu verschleiern, sondern zu unterscheiden. Auch wenn das nicht so leichtfรคllt.

Was kann ein DMS?

Transformation in process: Mittlerweile werden in Deutschland jeden Tag viele Millionen Dokumente digital erstellt. Und im schlechtesten Fall so abgelegt, dass niemand sie findet. Denn Digitalisierung allein ist Selbstzweck, wenn das viele Wissen, das in einem Unternehmen anfรคllt, nicht verfรผgbar gemacht wird. Ein Dokumentenmanagementsystem (DMS) รผbernimmt in Unternehmen gleich mehrere Aufgaben:

  • Erfassung: Jedes eintreffende Dokument wird eingescannt und mit Schlagworten versehen. Das DMS kann dabei als Schnittstelle zu bereits existierenden Lรถsungen dienen und bestehende Anwendungen und Fachverfahren wie eine Zentrale miteinander verknรผpfen.
  • Sortierung: Die digitalen Dokumente, das kรถnnen auch E-Mails sein, werden in virtuellen (Projekt-)Ordnern zusammengefasst. Falls projektรผbergreifend gearbeitet wird, kann jedes Dokument gleichzeitig in verschiedenen Ordnern stehen, ohne dass es dabei zu Duplikaten kommt.
  • Verfรผgbarkeit: Ein DMS sorgt dafรผr, dass jeder Mitarbeiter an jedem Arbeitsplatz auf das Dokument zugreifen kann, entweder mittels Webbrowser oder App, natรผrlich unter Beibehaltung der Sicherheitsanforderungen und des Datenschutzes. Das ist die Grundlage fรผr mobiles Arbeiten im Homeoffice oder auf Geschรคftsreise.
  • Weitergabe: Erst durch ein funktionierendes digitales DMS kann auch der Arbeitsprozess effizienter werden. Ein DMS hat also auch die Aufgabe, Workflows sicherzustellen. Wichtig dabei ist die Versionierung von Dokumenten, damit ร„nderungen nachvollziehbar sind und nicht zu einem Durcheinander unterschiedlicher Arbeitsversionen fรผhren.
  • Archivierung: Was frรผher im Keller landete oder zumindest im Archivschrank, wird mit einem DMS revisionssicher auf dem Server oder in der Cloud archiviert. Durch ein intelligentes Document Lifecycle Management bleibt das Archiv schlank, denn es wird dort nichts รผber die gesetzliche Frist hinaus aufgehoben.

Dokument vs. Content

Was aber genau ist ein Dokument, und was ist Content? Da setzt sich die Unsicherheit fort: Ein Dokument kann je nach Definition ein Schriftstรผck sein, eine Urkunde oder eine Datei, die per Computer bearbeitet werden kann. Im Prinzip also jedes Schriftstรผck, das ein Unternehmen erreicht oder verlรคsst. Das kann die Rechnung sein oder eine E-Mail, ein Lohnzettel oder eine Akte, oder ganz grundsรคtzlich: Was man frรผher in einen Aktenordner heften konnte, ist ein Dokument.

Der Begriff Content (also Inhalt) definiert das Dokument noch etwas weiter. Zur Textform kommen noch Bilder hinzu (zum Beispiel im Krankenhaus, wo Rรถntgenaufnahmen eine Akte ergรคnzen) oder Videos (Erklรคrfilme, Interviews, Firmendarstellungen etc.). Content ist also nur ein Sammelbegriff fรผr Inhalte, die sich mit dem Wort Dokument nicht ausreichend beschreiben lassen. Warum also die Unterscheidung?

ECM vs. DMS vs. CMS

Wenn ein DMS also eine Lรถsung zur Verwaltung von Dokumenten und Inhalten im Unternehmen ist โ€“ was macht dann ein CMS? Und was unterscheidet dieses vom ECM?

In einem klassischen Content Management System (CMS) werden digitale Inhalte fรผr die Verwendung im Internet aufbereitet, gemeinhin fรผr die Webseiten eines Unternehmens. Also Bilder, Fotos und Texte, die speziell fรผr diese Webseiten produziert werden. Anlegen von Benutzerkonten, Installation von Themes, also Designvorlagen, die Verwaltung von Plug-ins โ€“ all das wird mit diesem Tool verwaltet. Dabei ist das CMS an eine Datenbank angebunden, auf der all dieser Content liegt. Eines der populรคrsten CMS ist zum Beispiel WordPress.

Aber ist ein Whitepaper nicht Dokument und Content zugleich, das bei Bedarf รผber ein CMS auf die Webseite hochgeladen wird, um dort von Besuchern der Seite heruntergeladen zu werden? Sie werden sich fragen: Ist das nicht Haarspalterei, eine kรผnstliche Verwirrung? Im Prinzip ja, wรผrde man bei Radio Eriwan sagen. Aber da diese Begriffe nun mal kursieren, gibt es bestimmt auch einen Grund dafรผr.

Ein ECM trรคgt den Namen Enterprise in sich. Das bedeutet nichts anderes, als dass sich das Content Management System รผber das gesamte Unternehmen erstreckt, also keine Insellรถsung fรผr eine bestimmte, meist klein gehaltene Nutzergruppe ist. Im Gegensatz zum reinen CMS ist ein ECM also fรผr alle Mitarbeiter im Unternehmen gedacht, nicht nur fรผr die Content Manager, die sich um die Verรถffentlichung von Inhalten auf der eigenen Webseite kรผmmern.

Die Bezeichnung DMS wiederum sagt also nichts รผber die Art und Weise aus, wo, von wem und wie Dokumente verwaltet werden.

Alle Klarheiten beseitigt?

Intern vs extern: In der Verwendung der Inhalte liegt also der Hase im Pfeffer. Ein ECM, wie es zum Beispiel OPTIMAL SYSTEMS anbietet, ist also ein klassisches DMS, das alle Inhalte abdeckt, die in einem Unternehmen erstellt und verwaltet werden. Alle Mitarbeiter haben รผber einen eigenen Zugang von รผberall Zugriff auf diese Daten โ€“ zum Bearbeiten, Weiterleiten oder Archivieren. Ein CMS hingegen ist eine spezielle Form des DMS, das vor allem der Bereitstellung von Inhalten fรผr Webseiten dient.

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