Abstrakter Bรผro-HintergrundAbstrakter Bรผro-Hintergrund

18. Juni 2024

DMS und Kollaboration:
das Beste aus beiden Welten

Dr. Nikola Milanovic Chief Technology Officer OPTIMAL SYSTEMS

Dr. Nikola Milanovic

Chief Technology Officer (OPTIMAL SYSTEMS)

Ein Dokumentenmanagementsystem (DMS) ist vor allem dafรผr gedacht, Informationen wie beispielsweise digitale Dokumente und deren Metadaten (Informationen, die die Dokumente beschreiben) zu speichern und such- bzw. auffindbar zu machen. Bis vor zehn Jahren mag das der Wahrheit entsprochen haben, heute jedoch stimmt das nicht mehr ganz: denn ein DMS sollte Lรถsungen fรผr konkrete Anwendungsfรคlle bieten und nicht (nur) Dokumentenspeicher sein.

Ein beispielhafter Anwendungsfall ist das Erstellen von digitalen Inhalten und das gemeinsame Bearbeiten bzw. Teilen dieser Inhalte. Natรผrlich sollte ein DMS heute noch viel mehr leisten kรถnnen: dazu gehรถren Prozesse fรผr die Rechnungsfreigabe, das Vertragsmanagement, Projektmanagement usw. Diese Aufgaben werden in der Regel mit einer Workflow Engine realisiert. Diesmal wollen wir jedoch den Fokus auf die Kollaboration legen, nicht auf den Workflow. Denn die Kollaboration, also das gemeinsame Arbeiten an Dokumenten, ist ein zentrales Thema โ€“ und vor allem relevant fรผr viele andere Anwendungsfรคlle eines DMS.

Welche Probleme gibt es beim kollaborativen Arbeiten in einem DMS?

Bei der Erstellung von digitalen Inhalten gibt es viele Herausforderungen zu bewรคltigen. Dazu zรคhlen die Speicherung, Versionierung, das gemeinsame Bearbeiten (in Echtzeit), die automatisierte Erstellung von Dokumenten, das Thema Sicherheit, das Teilen und die Verknรผpfung mit gรคngigen Kommunikations- und Kollaborationsplattformen wie beispielsweise Microsoft 365 oder Google Workspace.

Ein DMS kann (und sollte) nicht die Kollaborationsfunktionalitรคten, wie beispielsweise Chat, Online-Bearbeitung oder Videokonferenzen, implementieren. Es wรคre sogar absurd, wรผrde ein DMS dies versuchen. Stattdessen sollte es sinnvolle Schnittstellen zu bestehenden Plattformen bieten. Als Beispiel betrachten wir die Integration mit Microsoft 365 (Teams, Office Online). Das Szenario mit Google Workspace wรผrde nicht viel anders aussehen.

Bei den genannten Beispielen wird es vor allem um das Dokumentenmanagementsystem enaioยฎ gehen. Die Anforderungen wรคren bei einem Konkurrenzprodukt jedoch nicht viel anders.

Der erste und offensichtlichste Vorteil beim Einsatz eines DMS fรผr das gemeinsame Bearbeiten besteht darin, dass es eine zentrale Plattform bietet, auf der alle Dokumente und Informationen, an denen gemeinsam gearbeitet wird, gespeichert werden. Anwender*innen mรผssen keine Zeit mehr darin investieren, zahlreiche Kopien desselben Dokuments auf unterschiedlichen lokalen Speichermedien zu verfolgen oder die aktuellste Version eines Dokuments zu finden. Durch die Nutzung der leistungsstarken Sicherheits- und Versionskontrollmechanismen eines DMS entfรคllt das Speichern von lokalen Kopien mehrerer Dokumentenversionen. Darรผber hinaus ist es sehr einfach, den Zugriff auf Versionen eines Dokuments zu beschrรคnken. Die Versionierung ermรถglicht es, an mehreren Versionen eines Dokuments gleichzeitig zu arbeiten, wรคhrend eine Version, die nach auรŸen verรถffentlicht wird, "eingefroren" wird. Die folgende Abbildung zeigt, wie verschiedene Dokumentenversionen (in enaioยฎ werden diese als Varianten bezeichnet) als ein Objekt in einem DMS-System koexistieren kรถnnen:

Ein Computerbildschirm, auf dem eine Dokumentenliste zur Variantenverwaltung angezeigt wird.
Varianten in enaioยฎ

Damit entfรคllt die mรผhsame Unterscheidung von Dokumentenversionen anhand von Dateinamen oder Verzeichnisstrukturen oder einer Kombination dessen.

Wie funktioniert das Bearbeiten von Dokumenten in einem DMS?

Ein DMS kann ebenso hilfreich bei der Erstellung von Inhalten sein: So gibt es dort ein System von Vorlagen mit "Platzhaltern", die "live" mit Daten befรผllt werden. Dabei kรถnnen beispielsweise Adressdaten eines Vertragspartners oder medizinische Ergebnisse aus einem Laborbericht in eine Dokumentenvorlage eingefรผgt werden. In enaioยฎ wird dieser Mechanismus "Datenรผbernahme" genannt und damit eine unterstรผtzte Zusammenarbeit bei der Erstellung von Dokumenten ermรถglicht: Eine Benutzergruppe kann Vorlagen erstellen, eine weitere kann Daten importieren, die diese Vorlagen speisen, und eine dritte kann Vorlagen und Daten verwenden, um die finalen Dokumente zu erstellen.

Wir haben also Dokumente in einem DMS gespeichert und wollen diese gemeinsam mit Kolleg*innen bearbeiten. Wie lassen sich Probleme mit Nebenlรคufigkeiten lรถsen? Natรผrlich kann ein DMS ein Dokument sperren, wรคhrend ein*e Benutzer*in daran arbeitet. Das verhindert, dass andere Personen gleichzeitig daran arbeiten, und garantiert die Integritรคt des Dokuments. Aber ist das tatsรคchlich ein positiver Aspekt? Wollen wir wirklich so pessimistisch sein und Dokumente mit einer Sperre versehen, sodass wir Benutzer*innen daran hindern, diese gemeinsam zu bearbeiten? Eine Konsequenz davon kรถnnte sein: Die Leute vergessen, jene Dokumente zu entsperren, wenn sie fertig sind, sodass sie gesperrt (oder in enaioยฎ: ausgecheckt) bleiben und somit nicht weiter bearbeitet werden kรถnnen. Kommt Ihnen das bekannt vor?

Dies war das รผbliche Problem der ersten Generation von Versionskontrollsystemen fรผr Quellcode. In einem typischen Bรผro hรถrte man oft Entwickler*innen rufen: "Hey, kannst du bitte die Loader-Klasse einchecken? Ich mรถchte bitte weiter daran arbeiten." Glรผcklicherweise wurden irgendwann Chatprogramme eingefรผhrt, sodass es keinen Grund mehr gab, durch das halbe Bรผro zu rufen. Und dann kam Git. Mit Git war es zum ersten Mal mรถglich, effizient am selben Code zu arbeiten (neben anderen tollen Dingen), und die ร„nderungen wurden automatisch zusammengefรผhrt. Microsoft 365 (insbesondere Office Online) und Google Workspace kรถnnen dasselbe mit Office-Dokumenten tun. Daher muss ein DMS diese Funktionen einfach integrieren, anstatt die Dokumente, an denen die Benutzer*innen arbeiten, zu sperren.

Links wird eine Dokumentenverwaltungsoberflรคche angezeigt. Rechts wird eine PowerPoint-Folie โ€ženaio Release 10.0โ€œ von OS in Office 365 angezeigt.
Microsoft 365-Integration mit enaioยฎ

In enaioยฎ wurde diese Integration zum Beispiel ganz nahtlos umgesetzt:

Eine Version eines Dokuments wird im DMS gespeichert. Wenn Benutzer*innen ein Dokument bearbeiten mรถchten, tun sie dies einfach in Office Online, direkt aus dem enaioยฎ client heraus. Alle anderen kรถnnen an der Sitzung teilnehmen und in Echtzeit zusammenarbeiten โ€“ eine Standardfunktion von Office Online. Sobald der*die letzte Benutzer*in die Bearbeitungssitzung verlรคsst, wird die finale Version wieder in enaioยฎ gespeichert. Dies ist meiner Meinung nach ein groรŸartiges Beispiel fรผr die Kombination der zentralen Speicherung eines DMS und der Flexibilitรคt eines Cloud-Dienstes wie Office Online. Das DMS bleibt als Dokumentenspeicher der "Single Point of Truth".

Es kontrolliert auch die Zugriffsrechte. Wรคhrend einer Bearbeitungssitzung "verlรคsst" eine Version des Dokuments das DMS und wird vorรผbergehend in einem geschรผtzten Speicher in Azure gespeichert. Niemand sonst kann auf dieses Dokument in Azure zugreifen. Nach Ablauf der Bearbeitungssitzung wird die letzte Dokumentenversion wieder in enaioยฎ gespeichert und die temporรคre Arbeitskopie in Azure gelรถscht. Wรคhrend der Bearbeitungssitzung werden alle Zugriffsrechte von enaioยฎ beachtet, sodass keine Informationen an Unbefugte weitergegeben werden. Dies ist wirklich eine Integration, die das Beste aus beiden Welten vereint.

Ein Dokument im DMS in Microsoft Teams gemeinsam bearbeiten

Jetzt kรถnnen wir Dokumente in einem DMS speichern, Zugriffsrechte und Versionierung steuern und sogar in Echtzeit gemeinsam an den Dokumenten arbeiten. Wie sieht es mit der Kommunikation aus? Natรผrlich kann jedes DMS einen Link zu einem Objekt erzeugen und per E-Mail versenden. Aber das ist so veraltet. Was wir wirklich wollen, ist die Integration in moderne Kommunikations- und Kollaborationsplattformen, wie Microsoft Teams oder Google Chat. Und genau das macht enaioยฎ mit Microsoft Teams, wie hier dargestellt:

Screenshot einer Chat-Konversation in Microsoft Teams.
MS Teams-Integration mit enaioยฎ: Dokumente im Chat teilen
Ein Screenshot eines Dokuments mit dem Titel โ€žFreigabe einer Rechnungโ€œ
MS Teams-Integration mit enaioยฎ: Darstellung eines Dokuments

Wir sind uns bewusst, dass Menschen in Microsoft Teams arbeiten und dies als ihren wichtigsten Knotenpunkt fรผr die Zusammenarbeit betrachten. Anstatt also zu versuchen, die Teams-Funktionalitรคt in einem DMS abzubilden, integrieren wir die DMS-Funktionalitรคt in Teams. So mรผssen Nutzer*innen von Teams ihre Kommunikations- und Kollaborationsumgebung nicht verlassen und kรถnnen trotzdem von einem DMS profitieren. Wie geht das?

Die Abbildung oben zeigt, wie Sie ein Dokument aus enaioยฎ in eine Teams-Konversation einfรผgen. Dabei kann es sich um jede beliebige Konversation in Teams handeln: einen Chat, einen Videoanruf, eine wiederkehrende Besprechung. Einfach ausgedrรผckt wird ein Dokument dem Kontext einer Unterhaltung hinzugefรผgt, so wie jedes andere Dokument der Registerkarte "Dateien" hinzugefรผgt wird. Eigentlich ist es ganz รคhnlich. Es gibt sogar eine enaioยฎ-Registerkarte in Teams, auf der Sie alle enaioยฎ-Dokumente finden kรถnnen, die im aktuellen Kontext geteilt wurden. Aber das ist noch nicht alles: Auf dieser Registerkarte haben Sie vollen Zugriff auf die Office Online-Integration! Sie kรถnnen direkt in Teams mit der Bearbeitung eines enaioยฎ-Dokuments beginnen, und es gelten dieselben Regeln wie bei der "normalen" Office-Integration. AuรŸerdem kรถnnen Sie von Teams aus zu enaioยฎ springen, die Metadaten des Dokuments einsehen, die Dokumentenhistorie prรผfen oder das Dokument lokal herunterladen (falls Sie das aus irgendeinem Grund mรถchten).

Sie kรถnnen Teams weiter nutzen und Dokumente aus einem DMS nach Belieben teilen, wรคhrend sie in einem DMS gespeichert sind. Damit profitieren Sie von allen damit verbundenen Vorteilen.

Es geht auch umgekehrt: Es ist mรถglich, dass Benutzer*innen externe Dokumente zu Teams hinzufรผgen mรถchten. Sie kรถnnen diese Dokumente natรผrlich auch direkt aus Teams heraus in einem DMS speichern. In enaioยฎ werden sie an einem allgemeinen Ablageort gespeichert. Danach kรถnnen Sie bequem im enaioยฎ client darauf zugreifen und so weiterarbeiten, als hรคtten Sie sie einfach per Drag-and-Drop abgelegt.

Das Kollaborationspuzzle ist fast komplett: Wir kรถnnen Dokumente speichern, den Zugriff auf sie steuern, sie alleine oder gemeinsam mit anderen bearbeiten, alle ร„nderungen und Versionen nachverfolgen, sie sogar transparent รผber MS Teams teilen โ€“ und zugleich von den Vorteilen eines DMS als zentralem Speicherpunkt profitieren. Eine Sache fehlt allerdings noch: Wie teilt man Dokumente mit Personen auรŸerhalb des eigenen Unternehmens? Sie mรถchten beispielsweise, dass ein Anwalt einen Vertrag รผberprรผft, bevor Sie diesen an einen Geschรคftspartner senden. Oder vielleicht soll eine Architektin Ihr Raumkonzept in Augenschein nehmen?

Natรผrlich kรถnnen Sie solche Dokumente aus dem DMS exportieren und per E-Mail versenden. Das ist eine Option. Auf diese Weise gehen allerdings fast alle Vorteile des DMS verloren. Das Dokument hat gerade Ihren "Single-Point-of-Truth"-Speicher verlassen; alle ร„nderungen, die in der Zwischenzeit stattfinden, sind einem Dritten nicht bekannt (es sei denn, Sie senden das Dokument jedes Mal erneut). Sie haben keine Ahnung, was mit dem Dokument auf der anderen Seite passieren wird. Es muss doch einen besseren Weg geben, oder? Es gibt sogar zwei.

Kollaboratives Arbeiten in einem DMS: enaioยฎ colab

Die erste Lรถsung besteht darin โ€“ wie bereits beschrieben โ€“, einfach eine Teams-Integration einzusetzen. Sie erstellen eine Besprechung, teilen ein Dokument und laden Externe dazu ein, das Dokument gemeinsam zu bearbeiten. Der Nachteil ist, dass externe Nutzer*innen nach Beenden der Besprechung nicht mehr auf die Besprechung und damit auf die Dokumente zugreifen kรถnnen. Fรผr einmalige Prรคsentationen kann also eine Teams-Integration ausreichen. Fรผr eine langfristige Zusammenarbeit ist eine andere Lรถsung erforderlich. Sie basiert darauf, externen Benutzer*innen รผber Tokens temporรคr Zugriff auf ein DMS zu gewรคhren. Bei enaioยฎ heiรŸt diese Lรถsung enaioยฎ coLab.

Auf einem Computerbildschirm wird die Benutzeroberflรคche einer Projektmanagement-Software angezeigt.
Projektรผbersicht in enaioยฎ coLab

Mit enaioยฎ coLab kรถnnen Sie als DMS-Anwender*in einen Satz an Dokumenten auswรคhlen und diese kontrolliert externen Anwender*innen zur Verfรผgung stellen. Das heiรŸt, Sie kรถnnen kontrollieren, welche Dokumente fรผr wen, wie lange und mit welchen Zugriffsrechten zugรคnglich sind. Dies ermรถglicht eine feingranulare Kontrolle: Die Dokumente verlassen nie Ihr DMS, und externe Benutzer*innen kรถnnen trotzdem darauf zugreifen und sie รคndern. In enaioยฎ coLab steht sogar eine Office 365-Integration zur Verfรผgung, sodass sich der Kreis nahtlos schlieรŸt. Externe Nutzer*innen erhalten Einmal-Tokens und werden entweder รผber einen bekannten, vertrauenswรผrdigen OIDC-Anbieter (Google, Microsoft, LinkedIn) authentifiziert, oder sie erstellen einen Account in enaioยฎ coLab und kรถnnen diesen in der Zukunft weiter verwenden. enaioยฎ coLab bietet auch sogenannte Projektrรคume, in denen Sie mit mehreren internen und externen Benutzer*innen zusammenarbeiten, grundlegende Meilensteine fรผr das Projekt definieren und Nachrichten austauschen kรถnnen.

Screenshot: รœbersicht รผber Projektrรคume in enaioยฎ coLab

Document sharing mit enaioยฎ coLab

enaioยฎ-Dokumente effizienter und sicherer teilen: รผber eine Plattform

Der Hauptzweck bleibt jedoch das Teilen von enaioยฎ-Dokumenten mit externen Benutzer*innen, ohne dass diese Dokumente jemals enaioยฎ verlassen. Bei ausreichender Berechtigung kรถnnen externe Benutzer*innen sogar neue Dokumente zum Projektraum hinzufรผgen und so Ihr DMS um externe Dokumente erweitern. Dies kann gewisse Herausforderungen mit sich bringen, wie etwa Sicherheitsrisiken. Daher bietet enaioยฎ coLab auch fรผr diesen Anwendungsfall eine Mรถglichkeit zur Integration von Antivirenlรถsungen.

Kurz gesagt: Ein DMS mรถchte das federfรผhrende System sein, ein "Single Point of Truth", die Hoheit รผber alle Dokumente und Daten haben. Und das ist gut so, denn es bringt enorme Vorteile mit sich. Dies bedeutet jedoch nicht, dass eine flexible und dynamische Zusammenarbeit durch intelligente Integration mit modernen, cloudbasierten Plattformen wie Microsoft 365 oder Google Workspace nicht mรถglich ist. Wenn รผberhaupt, dann beweisen Integrationen wie die von OPTIMAL SYSTEMS mit enaioยฎ und Microsoft 365, dass das Ganze manchmal doch mehr ist als die Summe seiner Teile.

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