

24. Mรคrz 2022
Von Viola Ganter
Etwa 30 % der Aufgaben in 62 % aller deutschen Berufe kรถnnten durch Kรผnstliche Intelligenz automatisiert werden. Aber was genau ist Kรผnstliche Intelligenz, abgesehen von humanoiden Robotern in Science-Fiction-Filmen? Gibt es einen Unterschied zu Begriffen wie Machine Learning und Deep Learning, oder sind das nur Schlagworte fรผr ein und dieselbe Sache? Wir erklรคren die grundlegenden Konzepte und wie sie bei der Optimierung von Geschรคftsprozessen eingesetzt werden kรถnnen.
Kรผnstliche Intelligenz (KI) ist ein Oberbegriff fรผr verschiedene Konzepte und die Definition variiert je nach Branche und Forschungsbereich. Eine Umschreibung von Kรผnstlicher Intelligenz ist die eines Systems, das seine Umgebung (d. h. Input-Daten) โwahrnimmtโ und menschliche Mechanismen der Verarbeitung und Entscheidungsfindung nachahmt, mit dieser Umgebung zu interagieren.
Die Bereiche der Kรผnstlichen Intelligenz reichen vom Befolgen einfacher logischer Regeln bis hin zur Ausfรผhrung kreativer Aufgaben. Geschรคftsanwendungen im Bereich der KI basieren meist auf Maschinellem Lernen, weshalb die Begriffe Kรผnstliche Intelligenz und Maschinelles Lernen im Wirtschaftskontext hรคufig synonym verwendet werden.

Maschinelles Lernen (ML) ist eine spezielle Art von KI, die auf ihre Umgebung reagiert, ohne dass fรผr jede neue Situation eine eigene Regel erforderlich ist. Im Grunde ist ML eine mathematische Funktion (oder mehrere). Das Ziel dieser Funktion ist es, auf der Grundlage von Eingabedaten stochastische Vorhersagen zu treffen. Ein Algorithmus fรผr Maschinelles Lernen โlerntโ, wie er die beste Vorhersage machen kann, indem er die Parameter der Funktion an die Eingabedaten anpasst.
Um eine vereinfachte Analogie zu verwenden: Stellen Sie sich vor, ein kleines Kind lernt den Begriff โVogelโ. Am Anfang wird es vielleicht jedes beliebige Tier als โVogelโ bezeichnen. Nach einer Weile wird das Kind jedoch gelernt haben, darauf zu achten, ob das betreffende Tier Federn, einen Schnabel oder ein hohes Zwitschern hat. Es wird gelernt haben, dass diese Merkmale wichtig sind, um die Wahrscheinlichkeit zu bestimmen, dass ein Tier ein Vogel ist. Andere Faktoren, wie z. B. die Frage, ob es Augen hat oder nicht, sind fรผr diese Bestimmung weniger wichtig. Maschinelles Lernen funktioniert auf ganz รคhnliche Weise.
Maschinelles Lernen hat viele Einsatzmรถglichkeiten. Besonders hilfreich ist es bei der Digitalisierung analoger Papierdokumente. Hier sind einige Beispiele dafรผr, wie Maschinelles Lernen Geschรคftsprozesse vereinfacht:
Deep Learning basiert auf einem Modell des Maschinellen Lernens, das als Kรผnstliche Neuronale Netze bezeichnet wird. Auch hier ist der Kern eine mathematische Funktion โ oder genauer gesagt, mehrere Funktionen, die nebeneinander angeordnet sind und eine Ebene von โNeuronenโ bilden. Deep Learning stรผtzt sich auf Netzwerke mit sogenannten โversteckten Ebenenโ, d. h. mehrere Ebenen von Neuronen, die zwischen der Eingabe- und der Ausgabe-Ebene angeordnet sind.
Die Idee hinter Kรผnstlichen Neuronalen Netzen ist es, den Entscheidungsprozess menschlicher Gehirnzellen zu simulieren: Je nach Input entscheidet jedes Neuron, ob es eine Ja- oder Nein-Antwort abgibt, die dann in die Entscheidungsfindung anderer Neuronen einflieรen kann. Diese Kombination kleiner Mikro-Entscheidungen fรผhrt zu einem unglaublich leistungsstarken Lernprozess und bildet die Grundlage fรผr viele der bekannteren Beispiele von KI, wie z. B. Smart Speaker oder soziale Roboter.
Sowohl Maschinelles Lernen generell als auch Deep Learning im Speziellen haben ihre eigenen Vorzรผge und Schwรคchen. Deep Learning ist in der Lage, komplexe Aufgaben zu bewรคltigen, die kreative Problemlรถsungsfรคhigkeiten erfordern; es ist jedoch sehr rechenintensiv.
Andere Techniken des Maschinellen Lernens (z. B. Clustering-Algorithmen und Support-Vektor-Maschinen) sind schlanker in der Implementierung und Ausfรผhrung. Die Aufgaben, die sie erfรผllen kรถnnen, sind begrenzt. Fรผr Mustererkennungs- und Kategorisierungsaufgaben kรถnnen sie jedoch sehr leistungsstarke Werkzeuge sein, die sich problemlos in eine Vielzahl von Softwarearchitekturen integrieren lassen.
Es gibt viele Arten von Kรผnstlicher Intelligenz. Einige davon sind leichtgewichtige, einfach zu implementierende Algorithmen, die dennoch ein groรes Potenzial zur Optimierung von Geschรคftsprozessen haben. Andere basieren auf datenintensiven, komplexen Neuronalen Netzen, die hoch skalierbare Umgebungen erfordern. Da sie aber inzwischen selbst bei kreativen Aufgaben รผbermenschliche Leistungen erbringen kรถnnen, lohnt es sich, ein Auge auf sie zu haben. Zweifellos werden sie die Art und Weise, wie wir in Zukunft Informationsmanagement in Unternehmen betreiben, grundlegend verรคndern.
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