

18. Februar 2022
E-Invoicing ist nicht nur praktisch, sondern inzwischen bei รถffentlichen Auftrรคgen in Deutschland sogar Pflicht. Die Einfรผhrung des Steuervereinfachungsgesetzes 2011 hat die Umstellung auf den elektronischen Rechnungsversand fรผr Unternehmen zwar deutlich leichter gemacht, trotzdem wissen die meisten Menschen nicht, was beim Umstieg auf die elektronische Rechnung zu beachten ist. Wir erklรคren die Basics des E-Invoicing.
E-Invoicing (kurz fรผr โelectronic invoicingโ) ist die elektronische Form der Rechnungsstellung. Wie bei traditioneller Rechnungsstellung werden e-Rechnungen von Handelspartnern (z. B. Kunden und Lieferanten) eingesetzt, um Transaktionen zu dokumentieren. Aber: Elektronischer Rechnungsversand ist mehr, als nur ein eingescanntes Dokument zu verschicken. Wer zur elektronischen Rechnungsstellung verpflichtet ist, sollte sich mit Standards wie XRechnung und ZUGFeRD (das heiรt wirklich so) vertraut machen, um die gesetzlichen Anforderungen zu erfรผllen.
Die E-Rechnungsverordnung macht seit 2017 im Rahmen von รถffentlichen Auftrรคgen das E-Invoicing zur Pflicht fรผr die รถffentliche Verwaltung sowie Lieferanten und Dienstleister des Bundes. Davon abgesehen bringt die elektronische Rechnung aber grundsรคtzlich eine Vielzahl an Vorteilen mit sich, sowohl fรผr Rechnungsstellende wie fรผr Rechnungsempfangende:

Wie beim Gegenstรผck aus Papier mรผssen bei der E-Rechnung
zur gesamten Zeit gewรคhrleistet sein. Die konkrete Umsetzung hiervon ist letztendlich dem Unternehmen selbst รผberlassen. Die Verwendung von elektronischen Signaturen ist nicht mehr erforderlich. Somit sind digitale Rechnungen denen in Papierform juristisch gleichgestellt und im Format ihrer Ausstellung bzw. des Empfangs aufzubewahren. Die dabei angewendeten Verfahren und die Prozesse mรผssen GoBD- (vormals: GoBS- bzw. GDPdU-)konform sein.
Beim elektronischen Rechnungsversand an รถffentliche Auftraggeber muss in Deutschland laut der E-RechV grundsรคtzlich das Format XRechnung verwendet werden. Zusรคtzlich ist aber jeder andere Standard (z. B. ZUGFeRD) erlaubt, wenn er den Anforderungen der EN-16931, der E-Rechnungsverordnung des Bundes und den Nutzungsbedingungen der Rechnungseingangsplattformen des Bundes entspricht.
Wer sich von den vielen Normen erstmal erschlagen fรผhlt, darf jetzt wieder aufatmen: Vorgefertigte Softwarelรถsungen sorgen dafรผr, dass die jeweiligen Standards automatisch erfรผllt werden und E-Invoicing zu einem ganz normalen Teil des Rechnungsworkflows wird.
Im Gegensatz zu einer eingescannten Papier- oder PDF-Rechnung ist die E-Rechnung als rein semantisches Datenformat konzipiert und basiert auf einem XML-Format, das primรคr fรผr die maschinelle Verarbeitung genutzt wird, wodurch sie ohne Medienbrรผche elektronisch weiterverarbeitet werden kann.
Der XML-Datensatz kann mit Visualisierungsprogrammen fรผr den Menschen lesbar dargestellt werden. Meist wird ein hybrides Format der Rechnungsdarstellung verwendet, in der die semantische XML-Struktur z. B. mit einem PDF verknรผpft wird, um dem Lesbarkeitsanspruch gerecht zu werden. Der ZUGFeRD-Standard ist ein solches hybrides Format.
Mit einer E-Invoicing-Software kรถnnen Sie E-Rechnungen einfach in Ihre E-Mails integrieren. Die Rechnungen selbst kรถnnen in beliebigen Dokument-Formaten vorliegen (PDF, TIFF, DOCX, RTF usw.) und werden mit ihren Metadaten in sogenannten Invoice-Containern zusammengefasst. XML-Steuerdateien fรผr die รbermittlung von Bankdaten an Buchhaltungssysteme kรถnnen ebenfalls in Invoice-Containern zusammengefasst werden.
Die Gewรคhrleistung von Echtheit der Herkunft sowie der Unversehrtheit der Inhalte erfolgt durch integrierte Hashwert-Prรผfroutinen. Ist ein Invoice-Container auf seinem Weg vom Sender zum Empfรคnger manipuliert worden, wird ein entsprechender Warnhinweis ausgegeben.

Die automatische Weiterverarbeitung von elektronischen Rechnungen ermรถglicht Unternehmen, einen schnellen รberblick รผber zu zahlende Betrรคge (Accounts Payable โ AP) und noch eingehende Betrรคge (Accounts Receivable โ AR) zu erhalten.
So werden keine ausstehenden Rechnungen an Lieferanten oder Dienstleister รผbersehen und unvorhergesehene Budget-Lรผcken werden automatisch erfasst und frรผhzeitig abgefangen.
E-Invoicing mag auf den ersten Blick kompliziert erscheinen, doch wenn die Umstellung erstmal geschehen ist, vereinfacht der elektronische Rechnungsversand die Prozesse zur Rechnungslegung deutlich. Es spart nicht nur Zeit und Kosten, sondern schont auch die Nerven der Mitarbeitenden der Finanzabteilung. Dank Softwarelรถsungen, die sich reibungslos zwischen Buchhaltungs- und E-Mailprogrammen einfรผgen, ist das Versenden von elektronischen Rechnungen auch kein Hexenwerk mehr und im Arbeitsalltag nicht viel komplizierter als das Versenden einer E-Mail mit Anhang.
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