

3. April 2018
Die Schnelligkeit und Universalitรคt der Verarbeitung von Informationen sind zwei grundlegende Vorteile der Digitaliยญsierung. Die grรถรte Herausforderung fรผr Unternehmen liegt darin, Informationen fรผr mehr Menschen und Menschengruppen (Mitarbeiter, Geschรคftspartner, Kunden, Bรผrger) einfach zugรคnglich und vor allem nutzbar zu machen. Das ist mit Papierakten nicht mรถglich. Digitaliยญsierung beginnt also mit Papier: Industrie 4.0 duldet keine โZettelwirtschaftโ.
Wurden frรผher Informationen nur in Papierform gespeichert, gibt es heute in vielen Organisationen eine Vielfalt an Informationsquellen und Dokumenten: E-Mails, Formulare, Social-Media-Beitrรคge gehรถren genauso dazu wie elektronische Rechnungen und Papierbelege, Briefpost, Lieferscheine, Vertrรคge etc. Die Informationsflut kommt aus allen mรถglichen Richtungen und ist extrem heterogen. Die wichtigste Managementaufgabe ist nun, Wissen aus Informationen zu generieren und den Wert von Informationen zu erschlieรen. Denn Digitalisiertes Wissen ist der Rohstoff der neuen industriellen รra und der Schlรผssel fรผr die Wettbewerbsfรคhigkeit von Unternehmen. Deshalb braucht die Industrie 4.0 ein neues Verstรคndnis von โContentโ.
Unternehmen brauchen einen ganzheitlichen Ansatz zur Verwaltung und Verwendung ihrer Daten und Informationen, ihren Content, damit nutzbares Wissen entstehen kann. Software fรผr Enterprise Content Management (ECM) schafft die Vorausยญsetzungen fรผr das papierfreie Bรผro. ECM umfasst Technologien zur Erfassung, Verwaltung, Speicherung, Bewahrung und Bereitstellung von Content zur Unterstรผtzung der Prozesse in Unternehmen. Es geht dabei nicht allein um das รberfรผhren analoger Informationen in ein digitales Format. Damit der Datenaustausch durchgรคngig digital erfolgen kann, gilt es, die โZettelwirtschaftโ abzuschaffen. Mit einem papierbasierten Aktenmanagement wird Industrie 4.0 nicht gelingen. Papier verhindert die digitale Transformation, verlangsamt Prozesse. Wie soll eine selbststeuernde, hochflexible Fertigung gelingen, wenn Informationen in Papierakten โverstecktโ sind, wenn Dokumente nicht auffindbar oder Datenbestรคnde nicht stimmig sind?
Die Umstellung auf digitale Akten, elektronische Archivierung und Dokumentenverwaltung bildet die Grundlage fรผr eine neue, digitale Unternehmenskultur. Die Unternehmen, die relevante Informationen stets verfรผgbar haben โ und dies unabhรคngig von Ort und Zeit (flexibel ob im Bรผro, Homeoffice, unterwegs) โ werden es auch in der Zukunft verstehen, ihren Kunden Mehrwerte durch digitale Services zu liefern. Informationsverfรผgbarkeit bestimmt zum Beispiel die Servicequalitรคt eines Unternehmens: Mitarbeiter mit einem zeitnahen Zugang zu benรถtigten Informationen sind schneller zukunftsfรคhig gegenรผber Kunden.
Ein einfacher und stetiger Zugang zu Informationen ist nicht nur wichtig, sondern zunehmend selbstverstรคndlich. Der Informationsfluss muss heute stets erhalten bleiben โ unabhรคngig von Quelle, Arbeitsort und Arbeitszeit. Das gewinnt mit dem โInternet der Dingeโ noch mehr an Bedeutung. Dazu ist es notwendig, dass sรคmtliche Informationsquellen in Unternehmen reibungslos miteinander kommunizieren.
Nehmen wir als Beispiel einen Lieferschein, einen Teil eines Einkaufsprozesses. Im DMS/ECM-System wird der gesamte Beschaffungsvorgang mittels einer elektronischen Beschaffungsakte abgebildet โ angefangen mit dem Lieferschein. Alle Dokumente zum Geschรคftsvorfall werden in elektronischer Form zentral in der entsprechenden elektronischen Akte (e-Akte) verwaltet. Die Beschaffungsakte beinhaltet neben dem Lieferschein eine Vielzahl an Informationsarten und Dokumentenformaten. Kundendaten, Scans, Textdokumente, Zeichnungen, E-Mails etc. werden im gemeinsamen Kontext aufbewahrt und verwaltet. Analog zur Papierakte enthรคlt auch eine ECM-basierte elektronische Akte viel Content. Sie enthรคlt allerdings nicht nur Dokumente und unstrukturierte Daten, sondern ebenso strukturierte Daten โ wie Kunden- und Personendaten. Die tiefe Integration der IT-Systeme spielt dabei eine wesentliche Rolle. Bei der Softwareauswahl muss auf die Integrationsfรคhigkeit des Systems geachtet werden, da Daten und Informationen ihren vollen Nutzen erst entfalten, wenn sie problemlos mit anderen Anwendungen (und ggf. Abteilungen) ausgetauscht werden kรถnnen.
Stehen alle Informationen und Dokumente jederzeit, an jedem Arbeitsplatz und mobil zur Verfรผgung, spart das Unternehmen Zeit und Kosten, die fรผr das Durchforsten von Aktenstapeln und die Suche nach Dokumenten anfallen wรผrden. Die Zuordnung von Informationen, Belegen, E-Mail-Schriftverkehr oder Personendaten zu einem Vorgang ist eindeutig.
Unternehmen erleben den digitalen Wandel nicht nur als Zeitzeugen, sondern als Mitgestalter. Um die einhergehenden Herausยญforderungen bewรคltigen zu kรถnnen, benรถtigen sie ein ganzheitliches Informationsmanagement-System, dessen Bausteine ineinander greifen. Denn die autonome, hochflexible Fertigung der Zukunft wird nur Realitรคt, wenn die mit ihr verbundenen Informationsprozesse รคhnlich autonom und flexibel angelegt sind. Das ist mit Papierakten und Zettelwirtschaft nicht machbar.
Wohin fรผhrt die Digitaliยญsierung? Lohnt sich eine Digitaliยญsierungsstrategie? Wie mobil sollten Unternehmensinformationen sein?
Antworten und Orientierung finden Sie in unserem 5-Minuten-Guide zur Digitaliยญsierung.
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