AuรŸenaufnahme Landratsamt WunsiedelAuรŸenaufnahme Landratsamt Wunsiedel

1. November 2022

ร–ffentliche Verwaltung mit enaioยฎ: โ€œDigitalisierung muss ganzheitlich gedacht werdenโ€

Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge: Mehr als 70.000 Einwohner:innen leben im dem oberfrรคnkischen Landkreis. Besonders die Landschaft des Fichtelgebirges beeindruckt durch ihre natรผrliche Schรถnheit. Bei diesem Anblick wรผrde wohl niemand direkt an Digitalisierung denken. Und doch ist das hiesige Landratsamt zweifellos im digitalen Zeitalter angekommen.

Anika Schneider ist seit Oktober 2021 die Digitalisierungsbeauftragte im Landratsamt Wunsiedel im Fichtelgebirge. Die Digitalisierung war auch schon vorher ein fester Bestandteil des Alltags. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Susanne Kandler, Fachgruppenleiterin der Kreiskasse, konnte sie die Digitalisierung in ihrer Behรถrde vorantreiben und vor allem den Rechnungseingangsworkflow um einige Schritte vereinfachen.

Eine Frau im Businessanzug posiert fรผr ein Foto wรคhrend der Digitalisierungskonferenz in Wunsiedel.
Anika Schneider, Digitalisierungsbeauftragte im Landratsamt Wunsiedel
Eine Frau mit Brille lรคchelt vor einem Schild zur Digitalisierung in Wunsiedel.
Susanne Kandler, Fachgruppenleiterin der Kreiskasse Landratsamt Wunsiedel

Frau Schneider, kaum ein Schlagwort wird so inflationรคr verwendet wie โ€˜Digitalisierungโ€™: In welche Inhalte oder Strukturen unterteilen Sie diesen Begriff?

Schneider: Der Begriff Digitalisierung umfasst mehr als das reine รœbertragen von analog zu digital. Vielmehr ist Digitalisierung ein kontinuierlich stattfindender Verรคnderungsprozess, der ein Umdenken in den Kรถpfen der Menschen erfordert. Digitalisierung muss ganzheitlich gedacht werden und nicht nur in Projekten. Mitarbeitende sind das Kernstรผck einer jeden Verwaltung, hier muss die Digitalisierung ansetzen. Die Mitarbeitenden mรผssen von Beginn an mitgenommen werden und interne Strukturen geschaffen werden, um die Vorteile der Digitalisierung zu maximieren.

Frau Kandler, Sie haben sich fรผr einen digitalen Rechnungseingang samt Workflow entschieden. Welche Vorteile sehen Sie heute darin?

Kandler: Einen groรŸen Nutzen sehe ich in der Erleichterung der Liquiditรคtsplanung, da die Rechnungen bereits bei Eingang und nicht hรคufig erst bei Fรคlligkeit im Buchhaltungssystem registriert sind. Die Vorteile sehen wir ganz klar fรผr Kolleg:innen, die im Homeoffice arbeiten. Hier kรถnnen beispielsweise Anordnungen auch von zu Hause aus signiert werden. Interne Postlaufzeiten spielen dabei dann keine Rolle mehr.

  • Landrat: Peter Berek

  • 71.482 Bรผrger:innen (Stand: 31.12.2021)

  • 17 Gemeinden

  • 606,36 kmยฒ Flรคche

Frau Schneider, wann haben Sie gemerkt, dass der analoge Weg des Dokumentenmanagements nicht nachhaltig ist?

Schneider: Die Corona-Pandemie hat uns gezeigt, dass viele Prozesse mittlerweile problemlos digital mรถglich sind. Dieses neu gewonnene Wissen und den Aufschwung, den die Thematik durch die Pandemie erhalten hat, sollte man sich nun zu Nutze machen und als Chance fรผr weitere Verรคnderungsprozesse sehen. Aber auch durch den technischen Fortschritt wird die  Digitalisierung zu einer strategisch notwendigen Entscheidung, wodurch Anpassungsbedarf auf struktureller und kultureller Ebene entsteht.

Frau Kandler, auch die Rechnungseingangsprรผfung hat sich digital verรคndert. Wie sehen die Prozesse Ihres digitalen Rechnungseingangsworkflows mittlerweile aus?

Kandler: Die Rechnung wird bei Eingang in der Kasse direkt gescannt und รผber enaioยฎ classify in das Rechnungseingangsbuch รผbertragen. Zum Teil werden dann noch Daten im Rechnungseingangsbuch ergรคnzt, die รผber enaioยฎ classify nicht angeliefert werden kรถnnen. Das kรถnnen beispielweise interne Schlรผssel sein, die nicht auf der Eingangsrechnung erscheinen. Nach diesem Schritt erfolgt die Verteilung an den jeweiligen Fachgruppenleitenden im Rahmen des Signaturworkflows. Danach folgen die elektronische Signatur des Feststellenden und Anordnungsbefugten, die Sollstellung durch die Kassenmitarbeitenden und letztlich die Sollstellung der Anordnung im Signaturworkflow.

Frau Kandler, inwiefern erleichtern Ihnen enaioยฎ capture und enaioยฎ classify Arbeitsprozesse im Sinne einer Qualitรคtssicherung?

Kandler: Durch enaioยฎ capture und enaioยฎ classify wird uns ein weitgehend automatisiertes Einlesen von Eingangsrechnungen ermรถglicht, wodurch Erfassungsfehler auf ein Minimum reduziert werden kรถnnen und Zeit eingespart werden kann, da die Eingaben grรถรŸtenteils nicht manuell erfolgen mรผssen โ€“ bei wiederkehrenden Rechnungen erkennt enaioยฎ classify automatisch beispielsweise Rechnungsstellende, Rechnungsbetrag, Rechnungsnummer und Fรคlligkeit. Die abschlieรŸende Archivierung in enaioยฎ ist somit absolut sinnvoll.

Zurรผck zu Ihnen, Frau Schneider: Was ist Ihre digitale Erfolgsformel? Gewรคhren Sie uns einen Einblick in Ihre Digitalisierungsstrategie?

Schneider: Da gibt es drei Erfolgsfaktoren: Proaktive Unterstรผtzung bieten, eine Kultur des Vertrauens etablieren und eine offene Kommunikation โ€“ auf allen Ebenen. Ich glaube, es ist zu simpel in Ausbaustufen zu denken und dabei alle Beteiligten aktiv mitzunehmen. Man wird nicht von heute auf morgen zur digitalen Verwaltung. Verรคnderungen erfordern Zeit, Geduld und Empathie. Sorgen und ร„ngste der Mitarbeitenden mรผssen ernst genommen werden. Nur gemeinsam kรถnnen wir Lรถsungen erarbeiten, die nachhaltig sind und von den Mitarbeitenden mitgetragen werden kรถnnen.

Frau Schneider, welche weiteren Chancen der Digitalisierung sehen Sie in der Zusammenarbeit mit OPTIMAL SYSTEMS Hannover?

Schneider: Die Zusammenarbeit mit OPTIMAL SYSTEMS Hannover ermรถglicht, dass wir die Digitalisierung wirklich zu Ende denken. Ziel ist es, durch digitale Lรถsungen nicht nur den Bรผrger:innen digitale Dienstleistungen zu ermรถglichen, sondern innerhalb der Verwaltung auch digital zu arbeiten. Aktenberge sollen reduziert und digital abgelegt werden, sodass Mitarbeitende effizienter, orts- und zeitunabhรคngiger arbeiten kรถnnen.

Blicken wir abschlieรŸend in die Zukunft und stellen Ihnen die Frage: Wie digital wollen Sie langfristig werden?

Schneider: Langfristig ist es das Ziel, vollstรคndig digital zu arbeiten, soweit es auch sinnvoll ist. Unsere Bรผrger:innen sollen Verwaltungsdienstleistungen digital, flexibel und barrierefrei nutzen kรถnnen. Mit OPTIMAL SYSTEMS Hannover und enaioยฎ haben wir den richtigen Partner an unserer Seite, um genau dieses Ziel zu erreichen.

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