

22. Mรคrz 2023
Die moderne Buchhaltung in Unternehmen sieht sich stรคrker denn je mit neuen Herausforderungen konfrontiert. Schneller und effizienter auf die Bedรผrfnisse von Kunden und Lieferanten zu reagieren, bรผrokratische Prozesse zu vereinfachen sowie personelle und finanzielle Ressourcen effizienter zu gestalten, sind heute die wichtigsten Treiber bei der Planung von Digitalisierungsvorhaben, besonders im Controlling. Das Idealbild, das dabei angestrebt wird, ist das โpapierlose Bรผroโ mit all seinen Vorteilen.
Wรคhrend die รffentlichen Verwaltungen durch das E-Government-Gesetz der Bundesregierung bereits einem gewissen Handlungsdruck ausgesetzt sind, kann sich die Privatwirtschaft in Deutschland noch Zeit lassen. Doch das ist ein Irrtum, vor allem im Hinblick auf den globalen Wettbewerb. Dabei sind die Vorteile des E-Invoicings lรคngst umfassend beschrieben.
Was sind die wichtigsten Aspekte, die bei der Einfรผhrung einer digitalen Rechnungsbearbeitung zu berรผcksichtigen sind? Welche Hรผrden sind zu รผberwinden?
Wir haben in den folgenden fรผnf Punkten einige wichtige Schritte zusammengefasst, die Unternehmen auf dem Weg in eine digitale Verwaltung befolgen mรผssen:
Die Einfรผhrung einer Lรถsung zur automatisierten Rechnungsverarbeitung im Rahmen des Purchase-to-Pay-Prozesses macht eine umfassende Planung im Vorfeld der Projektumsetzung erforderlich. Hierzu ist die Festlegung eines Projektteams unumgรคnglich. Dieses setzt sich im besten Fall aus den Verantwortlichen der am Projekt beteiligten Fachabteilungen (zum Beispiel Controlling, IT, Consulting) zusammen; gemeinsam werden die einzelnen Projektschritte festgelegt und der Prozess kontinuierlich รผberwacht. Sowohl auf Dienstleister- als auch Unternehmensseite sollte es jeweils einen Ansprechpartner geben โ beide fungieren als โBerichterstatterโ gegenรผber den jeweiligen Stakeholdern.

Alles, was Sie zum digitalen Rechnungsmanagement wissen mรผssen:
Seit Jahren haben sich in Ihrer Finanzbuchhaltung bestimmte Ablรคufe etabliert, von denen sich mรถglicherweise nicht jeder Mitarbeitende so einfach lรถsen kann oder will. Dazu gehรถren vertraute Prozesse wie die โhรคndischeโ Erfassung von Eingangs- und Ausgangsrechnungen sowie deren anschlieรende Verbuchung. Jedes einzelne Konto (Aufwands-, Lieferanten-, Debitoren-, Ertragskonten) verdiente sich separate Ordner, genauso wie die anfallenden Lohn- und Gehaltsleistungen in der Personalbuchhaltung. Eingangsstempel, Kontenabgleich, Prรผfung, Beanstandung, Archivierung โ all dies sind eingeschliffene Vorgรคnge, die sich im Zuge einer kompletten Umgestaltung des Controllings verรคndern. Entsprechend ist es wichtig, Ihre Mitarbeitenden frรผhzeitig in Ihre Planungen einzubinden und auf die bevorstehenden Aufgaben intensiv vorzubereiten.
Der Umstieg lohnt sich! Heben Sie die Vorteile von digitalen Rechnungen hervor und zeigen Sie, was sich alles zum Positiven รคndern wird: eine deutliche Reduzierung der Fehlerquote bei der Prรผfung auf sachliche und rechnerische Richtigkeit der Rechnungen, weniger Papierverbrauch durch Verzicht auf die Erstellung von Kopien, schnellere Prozesse und mehr Zeit fรผr abwechslungsreichere Aufgaben, die am Ende dem Service gegenรผber den Kunden, Lieferanten und Mitarbeitenden zugutekommen.

Digitalisierung ist kein Selbstzweck. Ausgehend von den skizzierten Vorteilen gilt es bei der Zusammenarbeit mit einem Dienstleister besonders, ein klar definiertes und fundiertes Ziel festzulegen. Dessen Erfรผllung sollte anhand von belegbaren Daten nachweisbar sein. Ein solches Ziel kรถnnte beispielsweise die Senkung der Personal- und Materialkosten fรผr die Rechnungsbearbeitung sein oder ein verbesserter Cashflow durch den schnelleren Rechnungsausgang.
Eine besondere Problematik offenbart sich fรผr Unternehmen, die sowohl in Lรคndern mit E-Invoicing-Standards als auch in jenen mit herkรถmmlichen Rechnungserstellungsprozessen geschรคftlich tรคtig sind. Gerade im Hinblick auf die Themen Informationssicherheit und Datenintegration sind die gesetzlichen Vorschriften zuweilen unรผbersichtlich. Allein in Deutschland werden auf Grundlage des E-Government-Gesetzes der Bundesregierung fรผr jedes Bundesland eigene Vorschriften zur Verwirklichung elektronischer Verwaltungen festgelegt. Dazu kommen auรerdem Vorschriften wie die GoBD, in denen die Anforderungen zur Aufbewahrung von Dokumenten festgelegt sind und die bei der Implementierung digitaler Archivierungssysteme berรผcksichtigt werden mรผssen. Hier ist man gut beraten, stets auf dem aktuellen Stand zu sein.
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