

20. Mai 2022
Die mit Spannung erwartete Bitkom-Studie Digital Office Index 2022 erlaubt einen frischen Blick auf den Fortschritt der nachhaltigen Unternehmensdigitalisierung im Post-Corona Deutschland. Die gute Nachricht: Es hat sich vieles getan. Wie die Studienergebnisse durch die Bank zeigen, wird Digitalisierung in deutschen Fรผhrungsetagen nicht mehr nur gepredigt, sondern auch gelebt. Doch hier und da drรผckt immer noch der Schuh.
Wir werfen einen Blick auf die frisch verรถffentlichten Zahlen.

Automatisierung, Papierersparnis, Toolbeschaffung: Der Digital Office Index 2022 macht deutlich, dass das Thema Digitalisierung mittlerweile auch als strategische Prioritรคt in den Kรถpfen hiesiger Entscheider*innen angekommen ist. โDer wirtschaftliche Nutzen ist den meisten (mittlerweile) klarโ, fassen die Autoren es zusammen: 9 von 10 Unternehmen zeigen sich aufgeschlossen beim Thema Digitalisierung, und nahezu jedes Groรunternehmen (96 %) hat auch eine entsprechende Strategie, sei sie nun zentral definiert oder zumindest fรผr Teilbereiche des Unternehmens etabliert. 79 % der Unternehmen beschรคftigen daher Digitalisierungsbeauftrage. Auch die Erkenntnis, dass eine digital befรคhigte Belegschaft eine produktive Belegschaft ist, hat sich herumgesprochen: 7 von 10 Befragten nehmen fรผr entsprechende Fort- und Weiterbildungen heutzutage Geld in die Hand.
Die Kernfrage hinter dem Digital Office Index 2022 war die momentane Selbsteinschรคtzung der Digitalisierung von Geschรคfts- und Verwaltungsprozessen in deutschen Organisationen โ kurz, um die Frage, wie digitalisiert das Bรผroleben der Deutschen heute wahrgenommen wird. Wie sich herausstellt, sind hierzulande vor allem Personal-, Finanz-, Rechnungsthemen digitalisiert. Fast alle Befragten setzen auf die eine oder andere Weise eine Digital Office-Lรถsungen ein. Mehr als die Hรคlfte digitalisiert schon vom Papiereingang aus. Das Erfreuliche: Bereits jedes zwรถlfte Unternehmen hat den Absprung in die papierlose Welt geschafft und viele weitere streben diesem Ziel entgegen: 72 % der Unternehmen gelingt es, bereits die Briefpost zu ersetzen โ vor vier Jahren waren es erst 30 %.
Und damit ist noch lange nicht Schluss: Circa 50 % aller Bestands-Papierakten wurde bereits digitalisiert. Vor allem Groรunternehmen sind bei diesem Nachhaltigkeitsthema tonangebend: Die Mehrheit von ihnen gibt an, zumindest โpapierarmโ zu arbeiten. Aber egal wie groร das Unternehmen, mehr als die Hรคlfte der Gesamtbefragten schรคtzt, dass im laufenden Geschรคftsjahr weniger gedruckt wurde als im Vorjahr. Und: Die E-Mail ist wie zu erwarten beim Rechnungseingang die Nummer Eins in Deutschland.
Auf die Frage hin, welche Vorteile Unternehmen durch digitalisierte Bรผro-Lรถsungen mitnehmen, stimmten 74 % der Aussage zu, dass Compliance-Richtlinien besser eingehalten werden kรถnnen, 70 % sahen eine steigende Performance in ihren Geschรคfts- und Verwaltungsprozessen und 66 % eine steigende Kundenzufriedenheit. Die Wehrmutstropfen sind steigende Verwaltungskosten (28 %), sinkende Datensicherheit (11 %) und Mitarbeitendenzufriedenheit (9 %).
Was uns besonders freut, ist die steigende Popularitรคt von Anwendungen mit Low-Code/No-Code-Funktionalitรคt wie etwa unsere ECM-Lรถsungย yuuvisยฎ RAD: 35 % der Befragten nutzen bereits solche Features bei ihren Automatisierungsprozessen, um gewรผnschte รnderungen schnell, elegant und ohne groรen Projektaufwand in-house umsetzen zu kรถnnen.
Die Studie in voller Lรคnge

Mรถchten Sie sich selbst ein Bild machen? Sie kรถnnen den Digital Office Index 2022, die Studie zur Digitalisierung von Geschรคfts- und Verwaltungsprozessen in deutschen Organisationen, hier in voller Lรคnge herunterladen.
Aus den Befragungen lassen sich auch gewisse Branchentrends ableiten. So setzen vor allem Banken und Versicherer auf mobile Gerรคte: Wรคhrend im Schnitt nur 60 % des Personals mit mobilen Endgerรคten mit Internetzugang ausgestattet werden, sind es in diesen beiden Sparten satte 93 %. Die bessere Haptik und Transportierbarkeit spielen bei Kundenkontakten also eine grรถรere Rolle als es Bildschirmflรคche tut. Schlusslicht in dieser Hinsicht sind klassische Industrien, Autohersteller, Maschinen- und Anlagenbau; Branchen also, in denen naturgemรคร ein hoher Anteil der Belegschaft eher fertigende Aufgaben erledigt.
Was uns natรผrlich freut: Der Dienstleistungssektor setzt von allen Branchen am stรคrksten auf ECM-Lรถsungen. Wobei es heute ohnehin die Ausnahme zu sein scheint, keine maรgeschneiderte Enterprise Content Management-Lรถsung im Einsatz zu haben: Im Schnitt haben bloร 24 % aller Befragten sich noch keine Gedanken um ihre digitale Dokumentenverwaltung gemacht.
Apropos Branchen: Die รffentliche Hand wurde im Rahmen dieser Bitkom-Studie natรผrlich auch unter die Lupe genommen. Wenig รผberraschend: Aufgrund gesetzlicher Vorgaben sind es gerade die Verwaltungen, die beim Thema elektronische Rechnungsstellung voran preschen: 94 % der befragten Organe sagten aus, im Befragungszeitraum mehr als die Hรคlfte ihrer Rechnungsvorgรคnge elektronisch erstellt zu haben. Das freut sowohl den Amtsschimmel als auch das ZUGFeRD.
Aber es kann noch viel mehr geschehen: Ein Drittel der befragten Verwaltungen verfรผgt nicht einmal รผber eine*n dezidierte*n Digitalisierungsbeauftragte*n, nur 56 % investieren รผberhaupt in Fort- und Weiterbildungen fรผr Angestellte. Dennoch spรผren Verwaltungen den Investitionsdruck: 51 % sagen, dass ihre Investitionen im kommenden Jahr steigen mรผssen.
Damit liegen sie aber weit รผber dem Durchschnitt: Nur 29 % der Gesamtbefragten sehen steigende Investitionen, 53 % eher stagnierende. Schlusslichter in puncto Investition sind Banken und Versicherungsdienstleister; hier rechnet jeder Fรผnfte mit eher sinkenden Investitionen. Mit 14 % sieht fast jedes siebte befragte Unternehmen fรผr das Post-Corona-Jahr 2022 jedoch auch wieder sinkende Investitionen in Digitalisierungsprozesse.
Stichwort โCoronaโ: Die globale Pandemie hat die lange hinausgezรถgerte Digitalisierung bei vielen Unternehmen beschleunigt โ das bestรคtigen 44 % der Befragten. 60 % gaben hier an, dass Technologie ihnen beim Bewรคltigen dieser historischen Herausforderungen geholfen hat; 58 % mussten zugeben, dass รผberkommene analoge Prozesse das Homeoffice behindert hรคtten. Wenigstens ist das Glas โhalb vollโ, was die absehbaren รถkonomischen Folgen dieser Krisenjahre angeht: 53 % der Befragten stimmten der Aussage zu, die Corona-Pandemie habe fรผr einen Innovationsschub in ihrem Unternehmen gesorgt.
Ein Blick in den Digital Office Index 2022 lohnt sich nicht nur fรผr Branchenbeobachter*innen und Analyst*innen โ wenn auch Sie Ihre unternehmenseigene Digitalisierung im grรถรeren Branchenkontext reflektieren mรถchten, kรถnnen Sie sich den kompletten Studienbericht hier herunterladen.
Das kรถnnte Sie auch interessieren