

15. Dezember 2021
von Patrick Hilpisch
Das Jahr 2012 hatte schon immer einen eher schlechten Ruf. Als von den Mayas proklamiertes Ende der Welt, hat es die Fantasie von Apokalyptikern, Autoren und Regisseuren beflรผgelt. Und in einigen Kreisen schon vor Corona zu panischen Hamsterkรคufen gefรผhrt. Kleiner Spoiler: Letztendlich drehte die Welt sich munter weiter. Und was hat das alles mit Content Services-Plattform zu tun? Was viele nicht wissen: 2012 wurde leise und fast unbemerkt eine neue Zeitrechnung eingelรคutet โ die sogenannte Zettabyte-รra!
Zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit รผberschritt die Gesamtheit aller digitalen Daten auf der Erde ein Zettabyte. Ein Zettabyte entspricht 1021 Bytes โ also eine 1 mit 21 Nullen. Schรคtzungen zu Folge wird sich die weltweite Menge an Daten im Jahr 2025 auf 175 Zettabyte erhรถhen. Der Groรteil dieses globalen Datenwusts wird in den unterschiedlichsten Wirtschaftsbranchen produziert. Da stellen sich unweigerlich Fragen: Wie gehe ich als Unternehmen mit dieser explodierenden Datenmenge um? Wie verhindere ich den lรคhmenden Daten-Overkill? Wie nutze ich diesen Schatz an Informationen effizient, strukturiert und erfolgreich? Und welche Rolle spielen hier Content Services-Plattformen und die Cloud?
Jahrelang war die richtige Antwort auf die Frage, wie Dokumente, Daten und Content am besten gemanagt werden sollen, ein solides professionelles Enterprise Content Management-System (ECM). Einmal gekauft und on-premises eingerichtet, bietet ein ECM eine Vielzahl an essenziellen Funktionen, um Struktur, Sinn und vor allem Mehrwert in den eigenen Datenschatz zu bringen.
Doch mit wachsenden Anforderungen an Flexibilitรคt, Skalierbarkeit und Sicherheit erfolgt eine allmรคhliche Verschiebung von monolithischen Systemen hin zu leichtgewichtigen Content Services-Plattformen (CSP). Ausgestattet mit multifunktionalen API-Schnittstellen und einer nahezu ausfallsicheren Microservices-Architektur, bringen CSP die nรถtige Planungssicherheit und Leichtigkeit fรผr die contentbezogenen Herausforderungen der Zukunft. Mit dieser Entwicklung kommt ein weiterer Trend: Die Erfolgsgeschichte der Cloud, ein fรผr das Jahr 2021 auf รผber 300 Milliarden Dollar geschรคtztes Business, macht auch vor dem Content-Management nicht halt.
Datensicherheit war immer der groรe Knackpunkt, wenn es um die Speicherung in der Cloud ging. Die รngste um Verfรผgbarkeit, Vertraulichkeit und Integritรคt der eigenen Daten hielten sich lange โ vor allem wenn es um sensible Daten ging. Doch die neuesten Entwicklungen bei Hard- und Software sowie herstellerneutralen Zertifizierungen und die Grรผndung der Cloud Security Alliance haben die Cloud mittlerweile zu einem sicheren Parkplatz fรผr jegliche Art von Daten gemacht. รber 75 Prozent der deutschen Unternehmen nutzen bereits die dezentrale Speicherung in der Cloud.
Die Erfahrungen wรคhrend der Coronakrise werden den Run auf die Cloud weiter befeuern. Denn der Vorteil liegt auf der Hand: schneller zeit- und ortunabhรคngiger Zugriff, problemlose Skalierbarkeit und zukunftssichere Entwicklungsmรถglichkeiten. Die CSP-Technologie und Cloud Storage sind somit das Traumpaar fรผr eine agile und effiziente Datennutzung. Wenn schneller, flexibler und kostengรผnstiger abseits eingefahrener Business-Modelle gearbeitet werden soll, kommt man an der Cloud nicht mehr vorbei.

Anforderungen an Unternehmen รคndern sich heute schneller als das Serienangebot bei Netflix. Entsprechend agil, flexibel und ressourcenschonend sollte die verwendete Content Services-Plattform sein. Es reicht nicht aus, Dokumente in der Cloud abzuspeichern und zu archivieren. Effizientes Nutzen des gesamten Unternehmenswissens muss ermรถglicht werden. Die Plattform wird so zur โSingle source of Truthโ, zur zentralen Datendrehscheibe des Unterยญnehmens.
Die Key Features einer Content Services-Plattform in der Cloud sind:
Das schnellste, mit Features vollgepackte System nutzt nichts, wenn nicht gerne damit gearbeitet wird. Stichwort: User Experience. Eine aufgerรคumte und harmonische Oberflรคche ist also essenziell fรผr die Nutzung einer CSP. Alles sollte intuitiv, responsiv und wenn mรถglich individualisierbar sein, um den individuellen Arbeitsvorlieben und Anforderungen der Benutzer zu entsprechen.
Ein performantes Dokumentenmanagement bildet das Rรผckgrat einer Content-Services-Plattform. Die tรคgliche Arbeit wird durch eine blitzschnelle Volltextsuche, ein gut durchdachtes Klassifikations- und Metadaten-Konzept nicht nur erleichtert. Durch die gesteigerte Effizienz werden Arbeitsressourcen frei fรผr weitere wichtige Unternehmensbereiche.
Nur Daten und Dokumente, die schnell im richtigen Kontext zur Hand sind, bringen ein Unternehmen weiter. Deshalb sind ein integriertes Workflow Management und ein Rolle-Rechte-Konzept hier unabdingbar. Fรผr grรถรere oder internationale Unternehmen ist auรerdem eine Mandantenfรคhigkeit des Systems wichtig. So kann mit niedrigen Betriebskosten eine einzelne Betriebsinstanz von mehreren Mandanten innerhalb des Unternehmens genutzt werden.
Microservices ermรถglichen einen modularen Aufbau von unterschiedlichen Anwendungen. Diese โkleinenโ Dienste machen das System schneller, ausfallsicherer und kostenschonender. Die Unterteilung der Anwendungen in Container beschleunigt die Entwicklung produktiver Lรถsungen. Die gesamte Architektur wird transparenter und leichter zu warten. Fรคllt ein Microservice aus, bleibt der Rest des Systems weiter stabil. Eine reibungslose und effizientere Integration von Content Services in andere Unternehmensanwendungen wird dadurch ermรถglicht.
Ein effizientes CSP setzt ausschlieรlich auf offene Standards und Integration. Proprietรคre Schnittstellen sollten der Vergangenheit angehรถren, da sie unflexibel und kostenintensiv sind. รber API lassen sich gewรผnschte Content Services problemlos in besteยญhende Systemlandschaft integrieren. Sie kรถnnen anschlieรend von existierenden Applikationen aus angesprochen werden. Funktionserweiterungen sind somit ein Kinderspiel.
Ohne eine revisionssichere, DSGVO-konforme Datenvorhaltung kann und darf eine Langzeitarchivierung heute nicht mehr aufgesetzt werden. Die Plattform muss in der Lage sein, sich schnell an รnderungen des regulatorischen Umfelds anzupassen. Das Retention Management sollte die jeweilig geltenden Branchenstandards und Vorschriften gewรคhrleisten. Zugriffsprotokolle, Zertifikate und Konformitรคtserklรคrungen bilden die Basis fรผr eine nachhaltige Compliance-Strategie. Eine Content Services-Plattform sollte diese Grundlagen fรผr Rechtssicherheit immer mit sich bringen.
Es sollte das Prinzip gelten: In der Cloud gedacht, fรผr die Cloud gemacht. Denn nur cloud-native Architektur nutzt die Vorteile der verteilten, skalierbaren und flexiblen Natur der รถffentlichen Cloud voll aus. Es steht eine gebrauchsยญfertige Infrastruktur zur Verfรผgung, die es Entwicklern ermรถglicht, auf bestehende Komponenten wie Caching-Dienste, APIs, Datenvirtualisierung, Regeln und Workflow Engines zuzugreifen und diese wiederzuverwenden. Dieses Verfahren reduziert die Komplexitรคt eines eigenstรคndigen Entยญwicklungsprozesses.
Entwickler kรถnnen sich auf die Feinheiten der spezifischen Anwendung konzentrieren und nicht auf den Aufbau des gemeinsamen Frameworks. Cloud-native Technologien haben gegenรผber einem Lift-and-Shift-Ansatz den Vorteil, absolut cloud-kompatibel zu sein. Probleme wie grรถรeres System-Refactoring, also nachtrรคgliche Anpassungen, sowie unvorhergesehene Leistungsprobleme sind hier ausgeยญschlossen.
Dass die Cloud die Voraussetzung fรผr zukunftssicheres Handling von Daten ist, sollte jetzt klar sein. Maximale Flexibilitรคt der Datenkontrolle entsteht aber erst durch die Wahlmรถglichkeit der Cloudnutzung. Je nach Szenario machen Private Cloud, Multicloud oder eine hybride Verwendung mit geteilter On-Premises- und Cloud-Verwendung Sinn. Die Mรถglichkeit des problemlosen Wechselns zwischen den Cloud-Modellen und einem Datenhosting auf privaten Servern schafft den Freiraum, den vollstรคndigen Schritt in die Cloud gezielt zu planen. Das spart Zeit, Ressourcen und Geld.

Eine Content Services-Plattform ist mehr als ein endlos groรer Speicher in der Cloud. Sie ist die Basis fรผr effiziente Datennutzung in einer sich immer schneller weiterentwickelnden digitalen Unternehmenslandschaft.
Die zentralen Benefits lassen sich wie folgt zusammenfassen:
Content Services-Plattformen in der Cloud haben keine neue Zeitrechnung im Umgang mit Daten eingelรคutet. Sie sind aber disruptiv genug, um ein Umdenken im Umgang mit dem eigenen Schatz an Daten zu bewirken. Fรผr eingefahrene Geschรคftsmodelle und verstaubte IT-Konzepte kรถnnen sie eine Frischzellenkur im Digitalisierungs- und Optimierungs-Wettrennen und somit der nรถtige Marktvorteil sein. Und das besser heute als morgen.
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