Frau schaut auf Bildschirm und hรคlt sich nachdenklich eine Stift an dem MundFrau schaut auf Bildschirm und hรคlt sich nachdenklich eine Stift an dem Mund

24. August 2020

Vier Dinge, die nach Digitalisierung klingen, aber nur digital sind

Sie benutzen ein Smartphone und streamen Filme? Und Facebook nutzen Sie auch? Es wird Sie vielleicht รผberraschen, aber die echte Digitalisierung ist das nicht. Vor allem nicht im beruflichen Umfeld.

Nur weil es digital ist, ist es (noch) keine Digitalisierung.

Zum Verstรคndnis: Per Definition ist eine E-Mail nur ein Haufen von Informationen, die ausschlieรŸlich von einem Computer gelesen werden kรถnnen. Ganz im Gegensatz zu einem Brief auf Papier, der mit den Augen erfasst werden kann. Aber nur weil es digital ist, ist es (noch) keine Digitalisierung. Denn die Umwandlung von analogen Werten in digitale Formate ist eine rein technische Angelegenheit, die, wenn man sie nicht zu Ende denkt, kaum mehr ist als ein Ersatz. Und keine Weiterentwicklung. Wir zeigen Ihnen die grรถรŸten Irrtรผmer der Digitalisierung und sagen Ihnen, wie ein echtes papierloses Bรผro funktioniert:

Digitalisierung? Irrtum 1: eingescannte Dokumente

Welches Dokument Sie auch mit einem Scanner oder der Scan-Funktion Ihres Handys in Nullen und Einsen umwandeln โ€“ behandeln Sie es wie ein analoges, wird es immer genau das bleiben. Statt im Aktenordner im Schrank liegt es dann auf Ihrem Computer im Ordner: ein gescanntes Dokument. Suchen Sie die Rechnung, mรผssen Sie wissen, wo Sie sie abgelegt haben. Und falls Sie die Rechnung nur mit der Banking-App abfotografiert haben, haben Sie nicht einmal eine digitale Kopie.
Eingescannte Dokumente, ob Rechnung, Vertrag oder Brief, sind dann nur Dokumente in einer anderen Sprache, die sich zugegeben schneller verschicken lassen, aber das hรคngt ganz davon ab, wie schnell sie sich finden lassen. Erst wenn der Computerย Daten aus einem gescannten Dokument extrahierenย kann, die kรผnstliche Intelligenz diese Informationen verarbeitet und in einem Workflow die Bezahlung auslรถst undย die Rechnung dort archiviert, wo man sie ohne lange Suche wiederfindet: Erst dann ist es Digitalisierung im Sinne der Transformation.

Digitalisierung? Irrtum 2: digitale Bilder

Die Fotos vom letzten Sommerurlaub liegen bei Google Fotos. Auch die Bilder, die Ihnen ein WhatsApp-Kontakt geschickt hat, sind dort aufbewahrt. Aber was haben Sie mit den Fotos gemacht, die in einem Karton auf dem Schrank liegen? Von einem Dienstleister eingescannt, liegen sie jetzt auf Ihrer externen Festplatte oder einem Homeserver. Eine digitale Kopie eines Bildes. Im schlechtesten Fall mรผssen Sie jedes Bild einzeln รถffnen, um zum Beispiel zu erfahren, ob es auf Gran Canaria oder an der Ostsee aufgenommen wurde.
Teil der Digitalisierung werden sie jedoch erst, wenn sie, richtig verschlagwortet, nach Jahren sortiert durchsucht werden kรถnnen. Denken Sie mal an Ihre Arbeit: Wenn der Computer dem Empfรคnger einer Mail, dem Nutzer eines Chattools oder dem Mitarbeiter im Marketing automatisch das richtige Foto zuordnet, ohne dass Sie danach gesucht haben, ist das Bild mehr als nur eine Kopie.

Digitalisierung? Irrtum 3: WLAN und Mobilfunk

Sie kennen das: Homeoffice im Wohnzimmer, mobiles Arbeiten im Park. Den Laptop dabei, in das heimische WLAN eingeloggt oder รผber den Hotspot Ihres Smartphones. Und auf dem Stick Ihre Daten, die Sie sich im Bรผro gezogen haben. Wenn Sie jetzt nicht die Hรคnde รผber dem Kopf zusammenschlagen, sind Sie wieder dem Irrtum aufgesessen, dass ein mobiler Arbeitsplatz an sich schon etwas mit Digitalisierung zu tun hat. Denn nur durch die drahtlose รœbertragung von digitalen Daten รคndert sich nicht Ihre Arbeitsweise. Und gerade diese Verรคnderung ist bezeichnend fรผr die digitale Transformation.
Denn zur Digitalisierung der Arbeitswelt gehรถrt ein nahtloser Zugriff auf Ihre Daten auch von unterwegs. Was im privaten Bereich selbstverstรคndlich ist โ€“ Foto von Google, Musik-Streaming, Dokumente aus der Cloud โ€“, ist im beruflichen Kontext meist unterentwickelt. Dokumente auf dem Firmennetzwerk bearbeiten? Workflows editieren? Auf Akten zugreifen? Ohne einen vollwertigen Zugang zu Ihrem digitalen Arbeitsplatz ist Ihr Laptop mit Internetzugang nur eine Insel im Meer der Medienbrรผche.

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Digitalisierung? Irrtum 4: E-Mails

3.500 Mails. Ihr Postfach quillt รผber. Und selbst falls Sie die einzelnen E-Mails in Unterordner verschoben haben, bleibt Ihr Mailprogramm nur ein riesiger Speicher fรผr Nachrichten. Sofern die Suchfunktion es erlaubt, finden Sie einzelne Nachrichten nach Stichworten sortiert. Das mag fรผr den privaten Bereich ausreichen. Ihre Kollegen jedoch haben nichts davon, dass wichtige Mails auf Ihrem Exchange-Server liegen. Die Lรถsung kann nicht sein, dass Sie wahllos jeden Kollegen in CC nehmen, nur damit sich eine digitale Kopie des E-Mail-Wechsels auch auรŸerhalb Ihres geschlossenen Systems befindet.
Das Problem der unvollstรคndigen Digitalisierung hier ist also der Zugang Dritter zu Daten, die Sie im beruflichen Kontext erzeugen. Ohneย die Verknรผpfung von Outlook & Co. mit einem Archivsystem, auf das auch Ihre Kollegen zugreifen kรถnnen, profitieren Sie lediglich von einer digitalen Kopie eines ansonsten analog verschickten Briefes. Digitalisierung im Sinne der Transformation wird daraus, wenn jede Mail per Knopfdruck einer Kundenakte, einem Vorgang oder einem Vertrag zugeordnet werden kann.

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