

16. Mรคrz 2022
von Olaf Holst
Viele Unternehmen mussten in der Corona-Pandemie leidvoll feststellen, dass ihnen ihre vielfรคltigen digitalen Ansรคtze, Workflowlรถsungen oder Cloud-Strategien singulรคr betrachtet wenig genรผtzt haben. Der Grund: Oft fehlte das Fundament dafรผr, im Sinne einer flรคchendeckenden DMS-Strategie. Denn selbst fรผr die ambitioniertesten unternehmensweiten Digitalisierungsprojekte gilt, dass der erste Schritt โ die Abkehr von Papierdokumenten โ der wichtigste ist.
Dies wird von einer aktuellen Studie von Bitkom-Research untermauert. Dafรผr wurden von Ende September bis Ende Oktober 2021 mehr als 600 Unternehmen mit 20 und mehr Beschรคftigten telefonisch befragt. Demnach hat die Corona-Pandemie in der deutschen Wirtschaft einen Digitalisierungsschub ausgelรถst: Bei 92 Prozent rรผckte das Thema auf der Tagesordnung weiter nach oben. Vor einem Jahr lag dieser Wert noch bei 84 Prozent.
Interessant ist der Blick auf die konkret umgesetzten Maรnahmen: Neben der Einfรผhrung digitaler Tools zur Aufrechterhaltung der Kommunikation und Anschaffung passender Hardware fรผrs Homeoffice wurden viele Prozesse digitalisiert. Laut der Studie setzten 66 Prozent beispielsweise den Wandel von Papier zu digitalen Dokumenten und 60 Prozent den von handschriftlichen Unterschriften zu digitalen Signaturen um.

Diese Unternehmen hatten erkannt, dass Mitarbeitende in einem gut eingerichteten Homeoffice mit schnellem Internet kaum sinnvoll arbeiten kรถnnen, wenn sie keinen Zugriff auf einen Groรteil ihrer Unterlagen haben, weil diese in Papierform im Regal im Bรผro stehen. Um aber auch in Zukunft ein ortsunabhรคngiges, geregeltes Arbeiten sicherzustellen, ist es fรผr Unternehmen notwendig, Papierdokumente zu digitalisieren und fรผr die Nutzung in ihren Geschรคftsprozessen bereitzustellen.
Parallel sollte gemeinsam mit Kunden und Lieferanten auf eine mรถglichst papierlose Arbeitsweise umgestellt oder zumindest Papier mรถglichst schnell nach Eingang im Unternehmen gescannt und bereitgestellt werden. Im Zuge dieser Prozessumstellung lohnt sich โ je nach Menge der tรคglich anfallenden Belege โ ein Blick auf Lรถsungen wie yuuvisยฎ Momentum, die in diesem Bereich mittels Machine Learning fรผr weitere Einsparpotenziale sorgen kรถnnen.
Technologien und Best Practices fรผr mobile Arbeitsweisen gibt es schon seit vielen Jahren. Diese sind vielfach eingesetzt und bereits nahezu optimal in ihrer Effizienz und ihrem Nutzwert. Leider wird aber immer noch gerne versucht, den dritten Schritt, wie z. B. die Umstellung der Prozesse aus der analogen in die digitale Welt, vor dem ersten, der nahezu vollstรคndigen Beseitigung von Papier im Prozess, zu tun. Und dann ist das Frustrationspotenzial hoch, weil die digitale Umsetzung mangels Zugriffs auf die Unterlagen in Papier nicht wirklich nutzbar ist.
Dabei wรคre es doch so einfach: Erst einmal weg mit dem Papier, dann eine vernรผnftige, flรคchendeckende Einfรผhrung digitaler Backoffices und der Ersatz aller Handablagen, Umlaufmappen, Stempel oder was auch immer รผber die Jahre liebgewonnen wurde, um dann am Ende auch die Geschรคftsprozesse digital aufzubereiten und zu optimieren. Dann wird aus dem Frustprojekt Digitalisierung ein Lustprojekt, das allen Beteiligten das Leben leichter macht.
Das kรถnnte Sie auch interessieren