Von Zeitgewinn und wertvoller Zeit – mit Jonas Geißler

Überblick

Im Unternehmensumfeld, und nicht nur dort, bedeutet die Digitalisierung meistens eine Beschleunigung. Doch wie lässt sich diese Beschleunigung sinnvoll nutzen, wie gewonnene zu wertvoller Zeit machen? Im Interview mit Ralf Dunker gibt Jonas Geißler Antworten. Er ist, wie sein Vater Karlheinz A. Geißler, Zeitexperte. Die beiden haben Bücher wie “Time is honey” oder – gemeinsam mit Harald Lesch – “Alles eine Frage der Zeit” verfasst und sind als Zeitberater aktiv. Sie helfen Menschen im Privat- und Berufsleben, sich nicht mit Zeitknappheit zu beschäftigen, sondern die Zeit zu leben, statt sie zu managen.

Im Gespräch

Ralf Dunker

Ralf Dunker

Geschäftsführer der Agentur Press‘n’Relations II

Der Diplom-Ingenieur war vor seiner Agenturlaufbahn zehn Jahre lang journalistisch tätig, unter anderem als Redakteur beim "Industrieanzeiger" und als Chefredakteur von "Energiespektrum".

Jonas Geißler

Jonas Geißler

Berater und Autor

Der Zeitraumgestalter ist als Buchautor und Keynotespeaker gefragt und arbeitete für die LMU München und in verschiedenen Beratungsinstitutionen. Außerdem ist Geißler Gründer und Teilhaber von timesandmore, dem Institut für Zeitberatung.

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Von Zeitgewinn und wertvoller Zeit

Dem “Rasenden Stillstand” entgegentreten

Im Interview stellt Jonas Geißler klar: Eine Beschleunigung, wie sie auch die Digitalisierung mit sich bringt, hat Vorteile – aber auch Schattenseiten. “Daher rate ich, diese Ambivalenz zu sehen”, meint er. Gewonnene Zeit zu nutzen, um “immer mehr von Demselben” in einen Tag, eine Stunde hineinzupacken, macht die Zeit nicht wertvoll. Geißler versteht sich daher nicht als Zeitmanager. “Zeitmanagement sorgt für ein gefülltes Leben, Zeitberatung für ein erfülltes Leben”, differenziert er. Wer nur beschleunige, laufe Gefahr, in einem “rasenden Stillstand” gefangen zu werden. Und dies bezieht er nicht nur auf das Privatleben, dasselbe gilt auch für das Arbeitsleben.

Beschleunigung sinnvoll nutzen

Wie lässt sich also die Beschleunigung, die Digitalisierung ermöglicht, sinnvoll nutzen? “Es reicht nicht, einfach nur die Tools bereitzustellen”, sagt er. Es geht auch um Persönlichkeitsentwicklung und Change Management, damit die Mitarbeitenden mitgenommen werden. Und es geht um Antworten. “Was machen wir mit der gewonnenen Zeit?”, sei eine wichtige Frage. Denn es gehe ja nicht um Verdichtung, es gehe darum, Wert zu schöpfen, gewonnene Zeit zu wirksamer Zeit zu machen.

Auf welche Weise können Chef und Chefin dazu beitragen, die Vorteile der Digitalisierung auch unter dem Aspekt der besseren Zeitnutzung – oder Zeitwertschätzung – zum Tragen zu bringen? Damit dieses Potenzial erschlossen wird, müsse die Unternehmenskultur passen, sagt Geißler. Und man müsse als Führungskraft abgeben können. In Kombination mit den richtigen Tools sind unter anderem neue Arbeitsumgebungen und -modelle möglich, die Mitarbeiter*innen entlasten können, die ihnen Entscheidungen vereinfachen und die Kundennähe fördern.

Neue Meeting-Kultur und “sprechfreie Zeiten”

Auch die Befreiung von der klassischen Arbeitszeit wird durch die Digitalisierung begünstigt. Die Arbeit kann zu Hause oder im Büro flexibler gestaltet werden. So lasse sich die Arbeit dem eigenen Biorhythmus anpassen oder man könne besser auf die Bedürfnisse der Mitmenschen – auch Familie und Freunden – eingehen. Zudem könnten Führungskräfte eine neue Meeting-Kultur umsetzen, die “sprechfreie Zeiten” hat. Das schaffe mehr Zeiträume für wirklich wertschöpfende Arbeit.

Geißlers Blick auf das Thema Zeit macht bewusst: Digitalisierung kann Impulse für mehr Wirksamkeit geben. Und auch was die erfolgreiche Umsetzung der Digitalisierung angeht, trifft Geißlers Buchtitel zu: “Alles eine Frage der Zeit!”.

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