New Work braucht mehr als IT – mit Dr. Andreas Stiehler

Überblick

“Der Digital Workplace braucht einen Regisseur, einen Advokaten für die Employee Experience, also die Belange der Mitarbeitenden”, sagt Dr. Andreas Stiehler, der mehrere Studien zum Thema New Work verfasst hat. “Ich würde mir sehr wünschen, dass HR hier eine viel aktivere Rolle übernimmt.”

Sein Rat an Unternehmen, die ihre Mitarbeitenden digital abholen und die Potenziale einer mobilen, virtuellen Zusammenarbeit erschließen wollen: Das Thema ganzheitlich angehen und die Aspekte Führungskonzept und Unternehmenskultur mit einbeziehen. “Es macht keinen Sinn, eine neue Collaboration-Plattform einzuführen, wenn man keine Vertrauenskultur im Unternehmen hat.”

Im Gespräch über den Digital Workplace

Dr. Sabine Holl

Dr. Sabine Holl

Geschäftsführerin der Agentur Press‘n’Relations II

Der Diplom-Ingenieur war vor seiner Agenturlaufbahn zehn Jahre lang journalistisch tätig, unter anderem als Redakteur beim "Industrieanzeiger" und als Chefredakteur von "Energiespektrum".

Dr. Andreas Stiehler

Dr. Andreas Stiehler

Analyst, Autor und Berater

Der promovierte Wirtschaftsexperte forscht seit vielen Jahren zu den Themen Kommunikation, Technologie und Marketing.

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New Work braucht mehr als IT – mit Dr. Andreas Stiehler

New Work: IT und Unter­neh­mens­kultur

Der IT-Marktanalyst Dr. Andreas Stiehler teilt in dieser Folge BAM! – Bytes and More Einsichten zahlreicher Studien aus seiner Feder zum Thema “New Work” und “Digital Workplace”. Er beklagt, dass New Work in Deutschland nach wie vor nicht nachhaltig implementiert ist bzw. bislang keine anhaltenden Erfolge bringt. Seine These: Wer die Produktivität der Wissensarbeiter effektiv unterstützen will, sollte diese zunächst von Routinetätigkeiten befreien. Dazu zählt für Stiehler insbesondere die zeitraubende Suche nach Dokumenten und unstrukturierten Informationen: “Wir haben über tausend hochqualifizierte Führungskräfte befragt und festgestellt, dass diese rund 48 Prozent ihrer Zeit mit Routineaufgaben verbringen, was eigentlich Wahnsinn ist. Und dieser Anteil ist über die letzten drei, vier Jahre nicht etwa geringer geworden, sondern sogar noch gewachsen.”

Digital affines Personalwesen

Im Gespräch analysiert Stiehler die Ursachen für diese Entwicklung und zeigt mögliche Lösungsansätze auf. Dazu gehören neben leistungsstarken Dokumentenmanagement-Lösungen, die idealerweise möglichst tief in die bestehenden Kernanwendungen integriert sein sollten, auch eine neue Kultur von Führung und Kontrolle. Dies gilt insbesondere im Hinblick auf die Ausweitung der Wissensarbeit auch in Richtung “Blue Collar Workers” – der Mitarbeiter an der Laderampe wird am ehesten von einem digitalen Arbeitsplatz profitieren, wenn er alle relevanten Dokumente nicht nur schnell aufrufen, sondern auch direkt auf Warenwirtschaft, Rechnungseingang und vieles mehr zugreifen kann. Andreas Stiehler sieht daher nicht in erster Linie die IT in der Pflicht, New Work zu befördern. Er wünscht sich ein digital affineres Personalwesen, das sich die Umsetzung vollwertiger digitaler Arbeitsplätze zur Aufgabe macht und die Digitalisierung im Unternehmen im Sinne einer modernen, entlastenden und motivierenden Employee Experience vorantreibt.

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