Mit Einfachheit zur Digitali­sierungs­strate­gie mit Ex-ALDI-Manager Dieter Brandes

„Erst vereinfachen, dann digitalisieren.“

Als Geschäftsführer und Mitglied des Verwaltungsrates bei ALDI Nord sammelte Dieter Brandes über viele Jahre Erfahrungen mit der Reduzierung von Komplexität im Management. Heute gilt er als “Experte für Einfachheit”. Auch auf das zielgerichtete Digitalisieren lässt sich seine Methodik anwenden: Erst kritisch analysieren und fragen, was ich erreichen will – dann Unnötiges streichen. Und schließlich das ganze System klug organisieren. Diese Drei-Schritt-Technik sei essenziell, um Prozesse einfach zu machen, sagt Brandes.

Im Gespräch

Dr. Sabine Holl

Dr. Sabine Holl

Geschäftsführende Gesellschafterin der Agentur Hartzkom

Die promovierte Politologin und ausgebildete Journalistin schrieb für verschiedene Tageszeitungen und Wirtschaftsmagazine wie den Harvard Business Manager und war als Pressesprecherin tätig.

Dieter Brandes

Dieter Brandes

Experte für Einfachheit

Der Ex-ALDI-Manager hat mehrere Bücher zum Thema Einfachheit geschrieben. Seine Beratungstätigkeit führte ihn bereits um die ganze Welt.

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Einfachheit und Digita­lisie­rung mit Dieter Brandes

Einfachheit ist kein Selbstzweck

Natürlich kann mit Hilfe guter IT heute vieles vereinfacht werden. Man müsse aber zunächst verstehen, dass “einfach” kein Selbstzweck ist, sagt Dieter Brandes. Einfachheit soll sicherstellen, dass die Dinge überhaupt funktionieren und zudem möglichst effizient sind.

Nicht nur den ZuhörerInnen, die ein Enterprise Content Management- oder Dokumenten-Management-System einführen, gibt Brandes Impulse für einfach bessere Lösungen. Seine Kernfragen wie “Wofür brauche ich das?” helfen, auch bei anderen Projekten und Prozessen den Blick auf das Wesentliche zu lenken. Denn die Welt ist ja überall komplex, und fast jeder muss (oder will) sich mit Einfachheit auseinandersetzen.

“Just enough is more” – dieser Leitgedanke hat Dieter Brandes geprägt. Gerade in der IT würde man in die Falle tappen, immer mehr Daten zu generieren, die man aber gar nicht brauche. Brandes zehrt natürlich von seiner Erfahrung bei der Discounter-Kette: “Sie können nicht nur sagen, wie viel Zahnpasta gestern in diesem oder jenem Laden verkauft wurde; man kann auch noch sagen: Wie war es vormittags und wie war es nachmittags.” Man müsse nun stets überlegen, ob man diese Informationen überhaupt braucht.

Aus dieser Haltung entwickelt Dieter Brandes seine wichtigsten Ratschläge, wenn es um Neuerungen in Unternehmen geht – auch und gerade im Fall von Prozessdigitalisierung: Bevor ein Prozess digital abgebildet wird, sollte zunächst geprüft werden, wie der bestehende Vorgang verschlankt werden kann. “Erst vereinfachen, dann digitalisieren.”

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