Digitales Mindset als Schlüsselkompetenz – mit Julian Knorr

Überblick

“Das HR-Management muss zukünftig eine selbstbewusstere Rolle in Unternehmen einnehmen”, fordert Julian Knorr. Schließlich seien Mitarbeitende immer stärker darauf bedacht, nicht nur gefordert, sondern auch gefördert zu werden. Im Kontext der digitalen Transformation könne beides nur dann sinnvoll gelingen, wenn Führungskräfte das digitale Mindset ihrer Mitarbeiter verstehen und gezielt einsetzen. Davon profitierten auch die Unternehmen.

Einen Tipp hat Knorr für Führungskräfte, die ihr digitales Mindset selbst ausbauen möchten: Er rät, sich jeden Morgen die Frage zu beantworten, welches Wagnis man heute eingehen möchte. “Nur wer weiß, was er sich zutraut, kann sich täglich ein Stück mehr aus der eigenen Komfortzone herausbewegen.”

Im Gespräch

Dr. Sabine Holl

Dr. Sabine Holl

Geschäftsführende Gesellschafterin der Agentur Hartzkom

Die promovierte Politologin und ausgebildete Journalistin schrieb für verschiedene Tageszeitungen und Wirtschaftsmagazine wie den Harvard Business Manager und war als Pressesprecherin tätig.

Julian Knorr

Julian Knorr

Gründer und Vorstand der ONESTOPTRANSFORMATION AG

Der Unternehmer unterstützt Organisationen dabei, mit Hilfe des Mindsets ihre Potenziale zu entfalten. Vorher war Julian Knorr unter anderem als Dozent für Digitale Methoden tätig.

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Digitales Mindset als Schlüsselkompetenz

Die Zukunft beginnt im Kopf

In dieser Episode ist Julian Knorr zu Gast. Der Gründer und Vorstand der ONESTOPTRANSFORMATION AG hat sich auf die Evaluation und Förderung eines “digitalen Mindsets” spezialisiert, das für ihn den Schlüssel zur erfolgreichen digitalen Transformation in Unternehmen darstellt. “Die Zukunft beginnt im Kopf”, betont Knorr im Gespräch mit BAM!-Host Dr. Sabine Holl. Denn es geht, so seine These, bei der digitalen Transformation weit weniger um Technologie als um Soft Skills. In einer groß angelegten Studie hat er diesen Ansatz wissenschaftlich untermauert.

Knorr machte bereits während seines Studiums die Erfahrung, dass man sich in Bewerbungsprozessen fast ausschließlich auf fachliche Fähigkeiten fokussiert. Dabei sei es im heutigen Umfeld, in dem es auf agile Arbeitsmethoden und eine hohe Aufgeschlossenheit für Neues ankomme, im Zweifel weit weniger relevant, wie viele Programmiersprachen ein neuer Mitarbeiter mitbringt, ist Knorr überzeugt.

Digitales Mindset heißt: situativ die richtigen Hard Skills aneignen

“Technologien, Märkte und Geschäftsmodelle verändern sich so schnell, dass es kaum möglich ist zu prognostizieren, welche Hard Skills ich in fünf oder zehn Jahren brauche. Mitarbeitende, die ein digitales Mindset mitbringen, werden sich jedoch weiterentwickeln und situativ die richtigen Hard Skills aneignen. Das wird in Zukunft entscheidend sein.”

So kam Knorr auf die Idee, Unternehmensberatung mit Blick auf die digitale Transformation und ein stärker an Soft Skills ausgerichtetes Recruiting miteinander zu verbinden, und gründete sein Unternehmen ONESTOPTRANSFORMATION. “Als wir mit unserer Arbeit begannen, war in der Forschung noch nicht so recht klar, was digitales Mindset überhaupt ist”, erinnert sich Julian Knorr. Daher führte er mit seinem Team eine große Studie durch und entwickelte auf deren Grundlage den sogenannten “Digital Competence Indicator (DCI)”: ein Persönlichkeitstest, der anhand von sechs Dimensionen die Ausprägung des digitalen Mindsets einer Person messen kann. “Der DCI ermöglicht es Verantwortlichen im HR-Bereich, Bewerber*innen wie Mitarbeiter*innen gezielter zu rekrutieren oder im Unternehmen einzusetzen”, erklärt Knorr.

Persönlichkeitstest DCI: ein gefragtes Tool

Besonders in der Banken- und Versicherungsbranche ist der DCI inzwischen ein gefragtes Tool. Knorr ist sicher, dass in den meisten Unternehmen noch große Potenziale schlummern, die durch Mindset-Entwicklung relativ schnell für das Unternehmen gewinnbringend gehoben werden können: Allein durch die gezielte Entwicklung der Dimensionen “Offenheit” und “Agilität” seien Zuwächse bei der Produktivität und Rentabilität von bis zu 12,5 % möglich. In den Bereichen der “Proaktivität” und “unternehmerischen Handlungsorientierung” sieht er im deutschen Mittelstand sogar ein Wertschöpfungspotenzial von 6,8 Milliarden Euro über acht Jahre – Zahlen, welche die Wirtschaft interessieren müssten.

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