Wie agil ist die Verwaltung?

Von Martin Bartonitz

Am 10. Februar 2017 findet in der Hochschule der Medien in Stuttgart die Konferenz „Agile Verwaltung 2017“ statt. Veranstalter ist das Forum Agile Verwaltung, ein Netzwerk von Praktikern, das sich vorgenommen hat, die Kultur der Agilität in die Verwaltung zu tragen – auf kommunale, kantonale und Bundesebene. 

Auf der Konferenz werden agile Methoden vorgestellt und diskutiert. Der Erfahrungsaustausch ist eine tragende Säule der Konferenz, denn das Forum Agile Verwaltung will damit auch einen Beitrag zur Vernetzung leisten.

Die Konferenz richtet sich an jene, die in der öffentlichen Verwaltung tätig sind und in der letzten Zeit begannen zu ahnen, dass die Arbeitsweisen hier völlig veraltet zu sein scheinen und ihnen eine Auffrischung gut stehen könnte. Hier soll daher erfahren werden können, wie Arbeiten selbstbestimmter gestaltet sein kann und dabei viel effektiver und gleichzeitig effizienter Ergebnisse für alle Beteiligten erzielt werden können.

Die Agenda der Konferenz „Agile Verwaltung 2017“

Zu Beginn der Konferenz wollten die Veranstalter möglichst eine Organisation vorstellen, der es gelungen ist, sich komplett auf neue, agile Arbeitsmethoden einzulassen. Dies ist gelungen: Einer der Macher von Buurtzorg konnte dazu gewonnen werden, vorzustellen, wie die Reise dorthin gelang. Buurtzorg ist ein Dienstleister für Heimpflege in Holland, dem es durch seine unkonventionelle Art der Arbeitsorganisation gelingt, doch mehr Zeit für die zu Pflegenden aufzubringen, als es sonst üblich ist. So gelänge es, dass sich die Pflegenden viel besser auf die Bedürfnisse der zu Heilenden einlassen können und – man staune – diese schneller wieder ins normale Leben entlassen können, bzw. ihr Zustand sich deutlich bessert. Das Arbeitsklima bei Buurtzorg hat sich in Holland schnell rumgesprochen, so dass inzwischen fast 25 % der Pflegenden den Weg zu Buurtzorg fanden, u.a. da auch die Krankenversicherung das Potential dahinter erkannten (siehe auch den Artikel: Buurtzorg – Beispiel für die Neuerfindung von Organisation)

Anschließend wird Jan Fischbach klären, was Agilität ist und einige Grundbegriffe dazu erklären. Dabei wird er die beiden Hauptmethoden agiler Arbeitsweisen – Kanban und Scrum – in einer praktischen Simulation vorstellen und mit den Teilnehmern gemeinsam auswerten.

Wer sich mit diesen Methoden schon auskennt, wird sich eher den parallelen Vortrag anhören. Hier wird Gregor Antochin vom Bischöflichen Generalvikariats des Bistums Fulda über die Einführung eines modernen Dokumentenmanagementsystems berichten, das durch Anwendung agiler Methoden bisherige starre Strukturen aufbricht.

Anschließend wird Veronika Lévesque über Spielräume für adaptives agiles Arbeiten in nicht-agilen Umwelten sprechen. Sie meint, dass es möglich sei, agil arbeiten zu können und dennoch den Strukturen des Betriebes dabei treuzubleiben.

Auch hier gibt es wieder eine Alternative. Roland Dürre betrachtet die unumgehbare Unvorhersehbarkeit der Zukunft. Dabei zeigt er auf, dass Agile Methoden besonders dann von Nutzen sind, wenn die Unsicherheit in Bezug auf das zu erzielende Ergebnis groß ist. In der Privatwirtschaft nähmen Unsicherheiten zu. Er geht der Frage nach, ob dies auch für die Verwaltung gelte und ob agile Methoden hier wirklich eine Daseinsberechtigung haben können.

Nach der Mittagspause geht es weiter mit einem Block, den wir Agile Methoden: Methodenkoffer – Werkzeugkiste getauft haben. In verschiedenen Ateliers können agile Methoden selbst erfahren und ausprobiert werden. Wir haben verschiedene Angebote vorbereitet, unter anderem Visualisierungstechniken, Großgruppenmoderationsprozesse, Lean Coffee in Aktion, Agiles Speed Dating oder Lego Serious Play. Gerne können auch weitere Wünsche eingebracht werden. Insbesondere besteht hier die Möglichkeiten für die Teilnehmer, Vernetzungspartner für die Zeit nach der Konferenz zu finden.

Zum Schluss wird Otto Kraz den Blick eines „Grand Témoin“ auf Themen und Konferenzresultate zusammenstellen.

»Agenda & weitere Informationen.

Da das Forum gemeinnützig arbeitet, sind die Teilnahmegebühren so gestaltet, dass allein die Infrastruktur-Kosten der Veranstaltung damit gedeckt werden sollen.

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