IHE – Initiative oder Standard?

IHE – Initiative oder Standard?

Spätestens seit der Verabschiedung des E-Health-Gesetzes im Dezember letzten Jahres ist Gesundheit 4.0 in aller Munde. Digitale Vernetzung, darin sind sich alle Akteure einig, steigert die Versorgungsqualität. Die Frage, wie diese flächendeckend umgesetzt werden kann, bleibt aber bislang unbeantwortet. Das liegt auch daran, dass Integrating the Healthcare Enterprise (IHE) als entscheidendes Puzzleteil für die digitale Transformation in Deutschland weitgehend unbekannt ist. Gastautor Uwe Porwollik stellt in einer vierteiligen Serie die weltweit agierende Initiative IHE, ihre Akteure und Arbeitsweise vor – und gibt Antworten darauf, wie die IHE das Ziel des system- und organisationsübergreifenden Informationsaustausches erreichen will.

Für viele Experten ist IHE nur noch ein zusätzlicher Standard, den keiner braucht. Diese Unkenntnis ist fatal, wenn man bedenkt, dass zum Beispiel das Vernetzungsprojekt „ELGA“ in Österreich auf einer komplett IHE-konformen Infrastruktur aufbaut.

IHE ist kein Standard!

Bereits im Jahr 1998 wurde findigen Experten in den USA bewusst, dass die zunehmende Zahl an digitalen Medizingeräten und der immer schnellere technische Fortschritt zu einer Fülle von unterschiedlichen Standards führt. Falls in dieser immer komplexeren Landschaft digitale Informationen ausgetauscht werden sollen, und davon gingen sie aus, dann nur nach klaren Regeln. Deshalb entwickelte die IHE eine Methodik, die für medizinische Prozesse einheitliche Standards mit eindeutigen Gebrauchsanweisungen definiert.

IHE – eine weltweit agierende Initiative

Heute vereint die IHE Hersteller, Entwickler, Forscher und Nutzer weltweit. In Deutschland agiert die IHE als eingetragener Verein. Gemeinsam beschreiben die Akteure in Arbeitsgruppen (Domains) medizinische Prozesse, identifizieren die richtigen Standards, beraten die nötigen technischen Spezifikationen, sprechen Empfehlungen aus und testen die Umsetzung der Hersteller. Jede Aktivität der Initiative steht unter der Prämisse, mit leicht zu integrierenden Medizingeräten und Medizinsoftware allen Akteuren im Gesundheitswesen schnellen Zugriff auf relevante Informationen zu ermöglichen – zu jeder Zeit, an jedem Ort.

Die weiteren Beiträge

  • Teil 2: Wie gewährleistet IHE Herstellerneutralität?
  • Teil 3: Der Interoperabilitätszyklus – schneller Zugriff auf relevante Informationen!
  • Teil 4: Die drei Elemente der Interoperabilität: Registry, Repository, Master Patient Index

 

Über den Autor:
Uwe Porwollik, Partner eHealth.Business,Vertriebs- und Projekterfolg im Gesundheitswesen.

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