In eigener Sache: Es gibt keine ECM-Branche. Oder doch. Vielleicht.

In eigener Sache: Es gibt keine ECM-Branche. Oder doch. Vielleicht.

Ich habe es neulich auf der DMS EXPO überspitzt formuliert, um Branchenexperten wach zu rütteln: Wir sind keine ECM-Branche. Mein Appell: Hört auf damit, nur auch den eigenen Bauchnabel zu schauen!

Wohin steuert die ECM-Branche?DMS, DRT, ECM, EIM und, und, und

Es gibt also keine ECM-Branche – oder etwa doch? Seien wir ehrlich – wen interessiert’s? Seit Jahren wird immer wieder über Namen und Akronyme diskutiert. Was es alles schon gab: DMS, DRT, ECM, EIM und so weiter. Die Unternehmen, die unsere Software nutzen, interessiert es herzlich wenig, welchen generischen Namen wir dem Kind geben. Business Software ist dafür da, Erleichterung in der Arbeitsalltag zu bringen, Geschäftsprozesse zu optimieren. Für uns als Softwareanbieter geht es darum – und so soll es auch bleiben – echte Lösungen für die „Schmerzen“ unserer Kunden anzubieten. Es geht darum, die Anforderungen unserer Kunden mit moderner, performanter Technologie zu erfüllen. Wir müssen uns in die Themen der Kunden hineindenken.

Eine Zuordnung zu einer Branche erfolgt für Unternehmen, die ähnliche Produkte herstellen, die mit ähnlichen Artikeln (Sortimenten) handeln oder die ähnliche Dienstleistungen erbringen. Aus meiner Sicht gehören wir, OPTIMAL SYSTEMS als Anbieter von Softwarelösungen, zur Informationstechnologie. Punkt!

Software muss sexyer werden

Dazu gehören ebenfalls alle Business-Anwendungen – ob Business Intelligence, Dokumentenmanagement, Finanzbuchhaltung, ERP, ECM, digitale Archivierung oder CRM. Der Übergang zwischen den Anwendungen ist fließend, heute mehr als je zuvor. ERP-Anbieter integrieren Dokumentenmanagementfunktionen in deren Standardsoftware. ECM-Anbieter ergänzen ihr Portfolio mit Analyse-Tools usw. Darüber hinaus gibt es verschiedenste Integrations- und Kooperationsszenarien. Es geht um Informationstechnologie für Unternehmen – um Digital Business Solutions, wie die CeBIT es auch formuliert. Als ob Apple sich darum gekümmert hätte, die Branche der Tablett-Anbieter zu definieren, als sie das iPad entwickelten!

Anbieter sollten sich auf die Frage konzentrieren, wie sie die Geschäftsanforderungen der Kunden unterstützen können. Wir müssen uns von den Begriff Dokument trennen. Es geht um Informationen und um Prozesse. Für Digital Natives ist es selbstverständlich Informationen zu bekommen und zu verschicken – auch mobil. Es geht um das Sicherstellen von Informationsversorgungsketten, um Informationsverfügbarkeit. Dabei muss Software noch viel flexibler, mobiler und sexyer werden als sie heute ist, sie muss Spaß machen, sonst wird sie niemand haben wollen. Je mehr die Interaktion zwischen Mensch und Technologie zunimmt, desto größer wird die Bedeutung des digitalen Erlebnisses. Eine positive User Experience ist kein Nice-to-have mehr, sondern ein entscheidender Faktor für den Erfolg einer Business Software.

DMS-EXPO-Rückblick

Die Branchen-Diskussion fand neulich auf der DMS EXPO (inzw. IT & Business, Anm. der Red.) statt. ECM-Koryphäe Dr. Kampffmeyer lud alte Gefährten zur Stammtisch ein – eines der wenigen Highlights der 3-tägigen Veranstaltung. Schon beim Messestart am 08.10.2014 stellen wir fest: Die positiven Synergien der Zusammenlegung mit der IT & BUSINESS und der Verlegung nach Stuttgart sind leider schnell verpufft. Da nur etwa ein Drittel der Halle mit Softwarehersteller besetzt war, gab es wenig Anlass zum Jubeln (ein Drittel war vom Bitkom und VOI, im restlichen Drittel herrschte Leere). Nun gilt es neue Konzepte zu finden. Denn der Misserfolg des Messetrios (it & business / CRM Expo /DMS EXPO) und auch die Bezeichnung DMS EXPO selbst sind ja symptomatisch dafür, dass die Messe sich nicht in die richtige Richtung entwickelt hat.

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