Mein Praktikum in Istanbul: der Buchverlag

Mein Praktikum in Istanbul: der Buchverlag

Bleistiftskizze von © ­Susanna Goetze

Nach so vielen neuen Eindrücken und Erlebnisen war es so weit: Der erste Tag des Praktikums in Istanbul stand an. Auf die Arbeit im Buchverlag hatte ich mich schon seit Abflug sehr gefreut. Ich war unheimlich gespannt darauf, was mich erwarten würde, welche Aufgaben ich bekommen würde, wie die Gepflogenheiten auf der Arbeit üblich sind und vor allem, ob ich vielleicht neue Freundschaften würde schließen können. Am ersten Arbeitstag wurde ich freundlich von einer der Verlegerinnen in Empfang genommen und dann in eines der von hohen, massiven und bis auf den letzten Zentimeter vollgestopften Bücherregalen gesäumten Büros geführt.

Dort wurde ich einem jungen Herrn, Koray, vorgestellt, der von nun an mein Ansprechpartner sein sollte und sich um meine Aufgaben kümmert. Mit seiner dicken runden Brille, hinter der schelmisch freundliche Augen blitzten und seinem von Bart bedeckten Gesicht, wirkte der etwas pummelige Mann sympathisch und seine angenehme Art ließ mich meine anfängliche Scheu schnell vergessen. Und so begannen wir den Tag gleich mit einem kleinen Brainstorming zu den Aufgaben, die ich übernehmen könnte.

Mein Praktikum in Istanbul: tolle Aufgabe, nette Kollegen

Meine Aufgabe empfand ich für perfekt. Sie schloss genau an meinen Wissensstand an und sie gab mir den Raum um eigene Ideen einzubringen. Ich wollte unbedingt etwas tun, bei dem ich etwas lernen und gleichzeitig mich im Verlag nützlich machen konnte. Nach einigen Überlegungen kamen wir zu dem Ergebnis, dass ich die Neugestaltung einer Webseite, die schon länger in Planung war, übernehmen könnte.

Ziel war es, eine Webseite zu dem monatlich erscheinenden und recht bekannten Magazin „Birikim“ zu erstellen. Es beschäftigt in umfangreich recherchierten Artikeln mit sozialen, politischen und kulturellen Problemen in der Türkei, aber auch anderen Ländern der Welt. Diese Aufgabe war mir eine Ehre, denn jedem, dem ich in Istanbul erzählt hatte, wo ich arbeitete und was meine Aufgabe war, machte recht große Augen, den der Verlag und das Magazin waren unter den Leuten sehr angesehen.

Dass ich es nicht komplett schaffen würde, die Webseite in der kurzen Zeit fertigzustellen, war klar, aber ich wollte einen Grundstein legen und denen, die sich im Anschluss damit beschäftigen sollten, die Arbeit erleichtern. Zudem waren im Betrieb keine weiteren Mediengestalter angestellt, sodass ich die Verantwortung in Fragen des Designs größtenteils selbst trug. Nach einem Tag Recherche und Analyse der Seite, die aktuell noch online ist, machte ich schon einen ersten Entwurf, der so viel Anklang fand, dass ich ihn gleich ausarbeiten und einige Teilbereiche der Webseite umsetzen sollte. So erstellte ich eine Startseite, eine Teilseite, auf der einzelne Artikel gelesen werden können, eine weitere auf der die Inhalte der jeweiligen Ausgabe veröffentlicht werden und eine, die einen Index über alle je beteiligten Autoren enthält.

Bleistiftskizze von zwei Kollegen im Praktikum von © ­Susanna Goetze

Bleistiftskizze von zwei Kollegen im Praktikum von © ­Susanna Goetze

Besonders gefreut habe ich mich über die gemeinsame Mittagspausen mit den Kollegen in die umliegenden keinen Restaurants (Lokanta). Zum Glück griffen mir meine Kollegen immer gern unter die Arme und halfen mir aus, wo immer mir die Worte fehlten. Manchmal, wenn wir so gemeinsam am Tisch saßen, stellten sie auf die Probe, was ich bisher so an Türkisch gelernt hatte und brachten mir auch neue Worte bei.  Besonders habe ich mich mit zwei Mädels aus dem Büro anfreundet, die nur etwas älter waren als ich selbst und wir quatschten häufig über Gepflogenheiten in der Türkei und in Deutschland und auch in anderen Ländern der Welt. Sie gaben mir auch immer wieder Tipps, was ich noch unbedingt gesehen oder gegessen haben musste und brachten sogar immer wieder die ein oder andere Leckerei mit zur Arbeit mit.

Mein Praktikum in Istanbul: Der letzte Tag

Eigentlich wurde mir gesagt, dass ich am letzten Arbeitstag eigentlich gar nicht in den Verlag hätte kommen brauchen, da ein monatliches Meeting stattfinden würde, aber ich wollte mich gern noch einmal bei allen bedanken und verabschieden und meine Arbeit sollte ja auch so an die Leute abgegeben werden, dass sie etwas damit anfangen können. Zur Feier des Tages wurde auf dem großen Bürobalkon mit Blick über die ganze Altstadt gegrillt und es gab leckeres Baklava vom angesehensten Konditor in ganz Istanbul.

Skizzensammlung von © Susanna Goetz

Geblieben ist außerdem: Eine Skizzensammlung voller Eindrücke meines Praktikums in Istanbul. © Susanna Goetz

Nach einem letzten wundervollen Wochenende in Istanbul, vollgestopft mit Erlebnissen, die ich mir als Highlights bis zum Schluss aufgespart hatte – wie zum Beispiel den Besuch der Blauen Moschee und der Cisterna Basilica – ging es an diesem Morgen zurück nach Berlin.  Ein wenig fühlt es sich seltsam an. Denn am nächsten Tag ging ich wieder wie gewöhnlich hier zur Arbeit und mein Praktikum in Istanbul kam mir vor wie etwas Unwirkliches, das ich nur geträumt hatte. Aber dass es wirklich passiert ist und mich und mein Leben verändert und beeinflusst hat, das zeigt sich im Alltag nun zwischendurch immer wieder an den kleinen Dingen. Sei es in der Schule: Wo ich nun beim Thema Webdesign einen kleinen Vorsprung habe… Sprachlich: wenn es um den morgendlichen Smalltalk mit der Bäckerin gegenüber geht, der nun hin und wieder auch mal auf Türkisch gehalten wird… oder natürlich bei OPTIMAL SYSTEMS, wo ich mir sicher sein kann, dass ich in meiner Ausbildung volle Unterstützung bekomme, wenn ich mich selbst auch engagiere und einbringe.

Vielen, vielen DANK, für all die TOLLEN ERFAHRUNGEN, die ich machen durfte!

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