Ist Wissen der Rohstoff einer neuen Industriegesellschaft? (Update)

Ist Wissen der Rohstoff einer neuen Industriegesellschaft? (Update)

Die Bundesregierung startete im Frühling 2013 das „Zukunftsprojekt Industrie 4.0“, weil durch die Entwicklungen des Internets und der Digitalisierung eine neue industrielle Revolution im Anmarsch sei, die es mitzugestalten gelte. Ein paar Monate später bezeichnete Bundeskanzlerin Angela Merkel das Internet als „Neuland“. Was ist daran so neu, so revolutionär? Neu ist die Rolle, die darin dem Wissen zugeteilt wird sowie die damit verbundenen Herausforderungen.

Industrie 4.0 – wie werden wir morgen produzieren?

Industrie 4.0 – wie werden wir
morgen produzieren?

Unter der Bezeichnung „Industrie 4.0“ versteht man die Steuerung von Entwicklung und Produktion über das Internet – ein wichtiges Geschäftsfeld schon heute für viele IT-Unternehmen in der Industriegesellschaft. Wie werden wir also morgen produzieren? Übernehmen Algorithmen unsere Jobs, wie es Frank Rieger und Constanze Kurz von Chaos Computer Club in einem Interview mit Technology Review prognostizieren? Das Bundesministerium für Bildung und Forschung beschreibt die zukünftige Form der Industrieproduktion an Hand folgender Kennzeichen:

  • Die starke Individualisierung der Produkte
  • Die hoch flexibilisierte Produktion
  • Die tiefgehende Integration von Kunden und Geschäftspartnern in Geschäfts- und Wertschöpfungsprozesse
  • Die Kopplung von Produktion und Dienstleistung.

Diese Kennzeichen leiten sich aus globalen gesellschaftlichen Trends wie Globalisierung, Ressourcenverfügbarkeit und Nachhaltigkeit sowie aus neuen Lebensweisen und Werten ab. Der Trend zur Urbanisierung fordert neue Mobilitätskonzepte. Das höhere Bildungsniveau und die zunehmende Individualisierung ändern die Anforderungen an Produkte und Leistungen. Der neue „Consumer“ stellt selbst Produkte her oder möchte an der Entwicklung teilnehmen…

(Video-Quelle: BMBF)

Wissen als Ressource

Arbeitsweisen werden davon ebenso geprägt wie die Art, wie Menschen mit Informationen umgehen. Genau diese Rolle des Wissens finden wir am interessantesten: Wissen ist der wichtigste Rohstoff der Zukunft in einer globalisierten Welt – Informationen sind das Gold des digitalen Zeitalters. Eine Studie der Technischen Universität Chemnitz im Auftrag des Beauftragten der Bundesregierung für die Neuen Bundesländer (2013) stellt fest: „Wissen stellt sich als wichtiger Produktionsfaktor dar. Ohne geeignete Strategien zur Beschaffung und Nutzung dieser kritischen Ressource können Unternehmen zukünftig nicht im Wettbewerb stehen.“[Zur Studie].

Informationsmanagement ist daher eines der zentralen Themen der Zukunft. In einem besseren Informationsmanagement stecken riesige Chancen für die Gesellschaft, etwa zur Steigerung der Produktivität und der Wettbewerbsfähigkeit. Unternehmen müssen Wissen verarbeiten und nutzbar machen – kein Unternehmen kann es sich leisten, Informationen in getrennten „Silos“ zu speichern, sodass diese nicht effizient genutzt werden können. Wissen wird erst dann wirtschaftlich, wenn es übergreifend verfügbar ist. Nur wenn es geteilt werden kann, hat es Potenzial, ein relevanter, ein geschäftsentscheidender Erfolgsfaktor zu werden.

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