Gehirn-Zapping – Der Mythos vom Multitasking oder wie Sie Ihre Informationsflut meistern

Gehirn-Zapping – Der Mythos vom Multitasking oder wie Sie Ihre Informationsflut meistern

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Unser allerliebstes Arbeitswerkzeug, der Computer, ist ein Meister, wenn es um sogenanntes Multitasking, also das gleichzeitige Abarbeiten mehrerer Aufgaben geht. Wie sieht es aber bei uns selbst aus? Können wir das auch? Wie können wir die Informationsflut meistern, die täglich im Beruf und auch privat weiter ansteigt? Wir geben ein paar Tipps!

In der Informationswissenschaft unterscheidet man grundsätzlich zwei verschiedene Arten der Verarbeitung von Informationen. Bei der seriellen Informationsverarbeitung werden eintreffende Reize der Reihe nach verarbeitet. Treffen mehrere Stimuli gleichzeitig ein, wird einer ausgewählt und weiterverarbeitet. Bei der parallelen Informationsverarbeitung werden hingegen mehrere Aufgaben gleichzeitig und nebeneinander ausgeführt.

Präemptives Multitasking

Das sogenannte „präemptive Multitasking“, also das Erledigen von zwei oder drei oder mehr Dingen mit gleicher Konzentration ist für das menschliche Gehirn schlicht nicht möglich, zumindest dann, wenn es Aufgaben zu erfüllen gilt, die man nicht im Schlaf beherrscht. Die kognitive Kapazität, die eine Aufgabe einfordert, spielt also eine entscheidende Rolle.

Wer etwa mit dem Auto unterwegs ist und dieses auch noch selbst steuert, wird sich in den meisten Situationen mühelos mit seinem Beifahrer unterhalten können. Sobald jedoch eine schwierige Situation auftaucht, unterbricht man als Fahrer die Unterhaltung sofort. Multitasking funktioniert offensichtlich nur dann, wenn eine von zwei Tätigkeiten mehr oder weniger automatisch, also kleinhirngesteuert abläuft.

Training macht den Meister, aber nicht immer

Sehr einfache Aufgaben belasten unser Gehirn nicht weiter. Parallel zu simplen Tätigkeiten ausgeführte schwierige Aufgaben lassen sich deshalb leicht bewerkstelligen, Essen und gleichzeitig telefonieren zum Beispiel. Bis zu einem bestimmten Grad scheint Multitasking also durchaus trainierbar zu sein, wenn man es schafft, bestimmte Aufgaben so zu automatisieren, dass sie mehr oder weniger im Unterbewusstsein ablaufen. Wieder das Beispiel mit dem Auto: Autofahren und sich gleichzeitig zu unterhalten fällt geübten Piloten wesentlich leichter als jungen Fahranfängern, die erst einmal lernen müssen, ihr Fahrzeug zu beherrschen.

Schon einmal etwas vom sogenannten „Drei-Sekunden-Fenster“ gehört? Ist konzentriertes Multitasking ein Begriff? Kann sich das Gehirn simultan zwei Aufgaben mit gleicher Konzentration widmen? Die Antwort lautet: Nein!

Informationen können vom Gehirn nur in Abschnitten von drei Sekunden als Ganzes wahrgenommen werden. Danach beginnt ein neuer Block. – Das hat die Evolution mit uns gemacht. Ein Umschalten zwischen zwei Wahrnehmungsblöcken ist jedoch möglich. Bei echtem Multitasking schaltet man sehr schnell hin und her, drei Sekunden Konzentration auf einen Sprachfetzen, drei Sekunden TV, drei Sekunden PC. Das ist „Gehirn-Zapping“, was mittelfristig jedoch zu schizoidem Denken führt, bei dem nichts mehr verbunden ist. Also VORSICHT!

Ineffektiv und schädlich

Mehrere Studien weisen darauf hin, das geistiges Zappen nicht nur ineffektiv, sondern vor allem gesundheitsschädlich ist. Stress und Konzentrationsschwäche sind die Folgen. Endstation „Burn Out“. Multitasker, die ständig zwischen zwei Arbeiten hin- und herspringen, sind nicht etwa die Helden in den Unternehmen, wenn es z. B. um Produktivität und solche Sachen geht, ganz im Gegenteil. Das Umschalten kostet letztlich mehr Zeit, als durch gleichzeitiges Bearbeiten zweier Aufgaben eingespart wird.

Multitasking widerspricht demnach nicht nur der physiologischen Arbeitsweise unseres Gehirns, sondern auch dem ökonomischen Denken.

Und noch etwas: Konzentriertes Multitasking kann lebensgefährlich sein. Bestes Beispiel ist das Telefonieren beim Autofahren. Jede wie auch immer geartete Freisprechanlage bringt effektiv überhaupt nichts. Denn nicht die durch den Sprechknüppel blockierten Hände sind das Problem, sondern das Gespräch selbst. Deshalb immer anhalten und dann telefonieren. Das ist die sicherste Methode für alle Beteiligten…

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